Dienstag, 13. August 2019

Auf in ein neues Kapitel - mit oder ohne Blog?

Es geschieht tatsächlich

11 Jahre nach meinem Abitur und nach sieben Jahren Freiberuflichkeit geht es für mich in einen neuen Bildungs- und Arbeitsweg: ich, 29, Zweifachmutti, gehe an die Uni für ein Studium im Lehramt Primarstufe.


Und jetzt?

Nun fängt also ein neues Kapitel an.
Ich freue mich sehr darauf und bin schon ganz eifrig dabei, so viel wie möglich vorzubereiten, Termine einzutragen, meine eigene Organisation zu überdenken und mich schon jetzt besser zu strukturieren. Denn machen wir uns nichts vor: Studium mit Kindern, Haus, Job und Ehrenamt nebenher wird sicherlich kein Pappenstiel. Es wird mir eine enorm gute Organisation abverlangen, das alles vernünftig unter einen Hut zu bekommen und dabei allem gerecht zu werden und auch selbst nicht auf der Strecke zu bleiben. Da fragt man sich ja schon, ob es nicht an der Zeit wäre, irgendwo etwas zu kürzen. Aber wo?

Uni, Kinder, Haushalt, Job, Ehrenamt.
Diese fünf Eckpfeiler sind für mich unabdingbar. Erstere drei bedürfen da wohl keiner Erklärung. Dass ich auch trotz Studium noch ein paar Unterrichtseinheiten geben muss und will, dürfte auch klar sein. An meinem Ehrenamt im örtlichen Kulturverein hängt mein Herz und ich mittlerweile tief mittendrin, da führt also auch kein Weg raus. Und etwas Zeit für und mit meinem Mann ist ebenso wichtig und nicht verhandelbar.



Wo spare ich meine Zeit also ein?


Meine hauptsächliche Zeit zum Lernen, Vor- und Nachbereiten wird realistisch gesehen entweder tagsüber zwischen zwei Veranstaltungen in der Uni liegen (diesbezüglich bin ich jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen auf meinen künftigen Stundenplan) oder am Abend, wenn die Kinder schlafen, zuhause. Am Wochenende natürlich auch. Ich werde mich also gut organisieren müssen und beginne schon jetzt damit, mir einen Plan für meine Vorgehensweisen zurechtzulegen und meine eigene Effizienz und Produktivität zu beobachten, hinterfragen und optimieren. Ich versuche meine Zeitfresser zu finden, denn es gibt so Tage (oder manchmal auch Wochen), da hat man zwar das Gefühl, total beschäftigt zu sein, hat dann aber doch nicht einmal im Ansatz das Benötigte geschafft.


Mehr Ordnung und Produktivität


Das ist mein Motto und meine Aufgabe bis Oktober. Weniger Gedaddel am Smartphone und Rumgesurfe im Internet ist da sicherlich am einfachsten und schnellsten umzusetzen. Außerdem bringe ich Ordnung in unsere Papiere und Unterlagen (sowohl real als auch digital), um immer genau zu wissen, wo was steht. Ich habe einen Haushaltsplan mit täglichen Aufgaben, die so regelmäßig gemacht auch schnell laufen, erstellt.


Das sind die Hauptpunkte, die ich für mich herausgefunden habe, um meine Zeit künftig besser zu organisieren und auszunutzen. Es geht dabei nicht um stumpfe oder übertriebene Selbstoptimierung, sondern das, was ich für nötig halte, um mein zukünftiges Pensum gut zu schaffen.


Zeit ist ein wertvolles Gut


Und ich werde sie mir sehr sorgfältig einteilen müssen. Vor allem auch die Freizeit und Zeit für mich selbst, in der ich ein bisschen runterkommen und entspannen kann. Mich Dingen, widmen kann, die mir Freude bereiten. Leider gibt es davon ziemlich viele und ich muss schauen, wie ich was unterbringe und dass ich mir nicht zu viel vornehme. Ich finde ja zum Beispiel das Prinzip des Bullet Journals wirklich toll, fürchte aber, dass ich mich einmal damit angefangen viel zu viel damit beschäftigen und darin versinken würde.
Daher versuche ich mich zu beschränken auf:

- Klavierspielen ... auch wenn es jetzt dann streng genommen Studieninhalt ist

- Gärtnern ...die direkte Arbeit in der Natur entspannt mich und wirkt manchmal fast wie Meditation

- Lesen ... wird wohl aber eher auf Fachliteratur in den nächsten Jahren hinauslaufen

- Stricken ... wird eher weniger möglich sein, aber so ein paar Dinge habe ich defintiv trotzdem vor

- Bloggen? ... und da kommen wir zu des Pudels Kern



Was mache ich den jetzt mit dem Blog?


Es ist ja nicht so, dass ich in den letzten Monaten groß was geschrieben hätte. Eine Stammleserschaft hatte ich vielleicht mal (wenn auch sehr, sehr klein), hierher verirren sich selten Menschen. Interaktion findet kaum statt. Und auch sonst ist, zumindest in meinem kleinen Dunstkreis, zu beobachten, dass Blogs nicht mehr so florieren wie in diesem ominösen "Früher". Immer mehr und mehr Blogs schließen und schon häufig kam auch mir der Gedanken, ob ich mir nicht einfach eine Aufgabe weniger gönnen und hier einfach schließen sollte. Denn auch, wenn weder Kooperationen noch bestimmte Termine oder irgendeine Art von Zwang dahinter steckt, habe ich den Blog immer im Hinterkopf. Jahrelang habe ich hier geschrieben, erzählt, Fotos gezeigt. Über 200 Posts habe ich hier verfasst und veröffentlicht und auch so einige Stunden hineingesteckt. Seit einiger Zeit nehme ich mir diese kaum noch und habe auch das Gefühl, gar nicht mehr viel zu erzählen zu haben, denn privates will ich nicht übermäßig ausbreiten, meine wundervollen Kinder haben auch ihre Privatsphäre verdient, zu Kreativem komme ich wenig. Und das wird jetzt mit Studium als zusätzlicher Aufgabe nicht besser.


Warum schließe ich den Blog den nicht einfach?


Es wäre so einfach: zwei-drei Mausklicks und es wäre wieder etwas weniger in meinem Kopf und auf meinen Schulter. Aber: ich kann mich dazu jetzt noch nicht überwinden. Vor allem, weil ich gerade jetzt das Gefühl habe, wieder etwas zu erzählen und zu teilen zu haben. Etwas, das nicht total x-beliebig ist, nicht die drölfzighunderste Wohnung im Scandi-Style, nicht das übliche Mutti-"Schaut mal her" oder "Mimimi". Jetzt kann ich das schreiben, wonach ich in den letzten Wochen so viel gesucht und es kaum gefunden habe.


Schreibe das, was du gern lesen willst


So viel habe ich nach Erfahrungsberichten und Tipps gesucht für meine Situation: mit fast 30 und Kindern anfangen zu studieren. Ich kann da doch nicht die Einzige sein, die sowas macht. Wahrscheinlich haben die anderen einfach kein Faible oder einfach keine Zeit zum Schreiben darüber. Vielleicht ist es auch eine totale Schnapsidee und geht sowieso innerhalb der ersten Monate wieder ein. Aber vielleicht kann ich hier ja auch ab und an meine Erfahrungen zum späten Studieren als Mutter teilen.

Wir werden es sehen.

1 Kommentar:

  1. Liebe Jessi,
    nicht dass meine Meinung irgendwie wichtig wäre, doch möchte ich es dir doch schreiben: ich finde es großartig, dass du dir vorstellen kannst, über diesen Abschnitt deines Lebens zu schreiben. Die Gedanken, die du hier veröffentlichst, sind rührend, bewegend und inspirierend. Mich würde es sehr freuen, ab und zu von dir zu lesen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich nur, dass ich (ohne Haus, Garten und Kinder) während des Studiums überhaupt nicht zum Genuss-Lesen gekommen war, weil die "freie" Zeit fürs Lernen drauf ging. Gestrickt habe ich aber doch, in den höheren Semestern in den Vorlesungen unter dem Tisch, so kann ich immer noch am allerbesten zuhören...
    Für dein Studium wünsche ich dir viel Erfolg und viel Kraft, alles so zu meistern, wie du es dir vorstellst!
    Liebe Grüße
    Natalia

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