Mittwoch, 1. März 2017

Nieder mit dem Multitasking! [Monatsmotto]

Ich hab die Nase voll!

Starten wir den Monat, den Tag, den Blogpost mal ungewohnt direkt und frei heraus,
ganz ohne blumige Bilder und schon recht ohne blumige Einleitungen.
Heute gibt's mal ein bisschen Seelenstriptease. Ich habe wirklich scharf überlegt, ob ich den hier einfach so hinlegen will, denn anonym ist dieser Blog schon lange nicht mehr. Einige Freunde, Familienmitglieder und auch Schüler von mir wissen von ihm und lesen immer mal wieder mit. 
Aber nach reiflichen Gedankengängen habe ich entschlossen, 
dass mich das an dieser Stelle nicht stört.




Ich würde mal ganz frech von mir selbst behaupten, allgemein als unkomplizierter und ausgeglichener Mensch zu gelten, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann und der wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen in offensichtlichen Stress gerät. 
Wenn ich dann in Stress gerate, versuche ich das für mich zu behalten.
Die Erfahrungen der Vergangenheit - wenn ich offen zugebe, dass ich Stress oder Angst empfinde, bricht alles in latente Panik aus - haben es zur Angewohnheit werden lassen, nach außen hin immer die Ruhe selbst sein zu wollen. Alles gut, kein Stress, läuft schon alles und wenn nicht so wie geplant, dann ist das auch toll, denn ich bin voll locker flockig drauf ... ja wirklich ...

Das Problem ist, wenn man das wirklich allen vormacht und dann einbricht.

Ich gebe hier jetzt einfach und endlich mal offen zu:
Ja, ich bin im Stress und stehe unter Druck und weiß gerade kaum wohin mit mir und meinen Gedanken, meinen Pflichten und Aufgaben und vor allem den Ansprüchen, die ich an mich selbst, mein Auftreten und meine Leistungen habe.
Punkt.

Dieser Bandwurmsatz fasst gerade wohl alles zusammen.



Bisher konnte ich das immer ganz prima überspielen, doch in den letzten Wochen habe ich immer wieder die Folgen meines vollen Kopfes zu spüren bekommen. Es sind nicht nur elendig lange To-Do-Listen, von denen ich manche Punkte Tage um Tage um Tage um Tage mit mir herumtrage ohne sie erledigt zu haben. Es sind nicht nur Aufgaben im Job oder Haushalt, die ich nicht zeitgerecht schaffe oder vergesse. Wenn ich Dinge tue, bin ich mit dem Kopf zeitgleich bei mindestens drei weiteren Sachen und erledige vor allem Dinge im Haus und Garten dann nicht so sorgfältig wie ich es könnte oder sollte. Mir gleiten Dinge aus der Hand und es passieren Fehler. Zum Beispiel mussten wir vorgestern mehrere große Schüsseln von Salaten und Fleisch (Partyüberbleibsel, man macht ja immer viel zu viel...) entsorgen, weil ich sie in den extra Kühlschrank gepackt habe ohne zu bemerken, dass dieser überhaupt nicht angeschaltet war. Das Licht ging nicht an und er war nicht kalt, doch das bemerkte ich nicht, weil ich in Gedanken auf einer anderen Baustelle war. Das ganze Essen mussten wir wegschmeißen, es war so unnötig und ärgerlich und brachte mein persönliches Fass, von dem ich nicht einmal selbst gemerkt hatte wie es sich füllt, zum überlaufen.



Ich merke, dass ich etwas ändern muss.



Mein Leben besteht aus unheimlich vielen Jobs und Aufgabenbereichen, beruflich wie privat. Unzählige Rollen nehme ich innerhalb einer ganz normalen Woche ein und eine jede erfordert von mir einhundert Prozent Aufmerksamkeit und Leidenschaft. 
"Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps" lässt sich bei mir nicht so einfach durchsetzen, denn ich habe keinen Job, bei dem ich die Tür hinter mir zumachen und den Kopf ausschalten kann. Doch irgendwie werde ich das wohl auf eine gewisse Art und Weise tun müssen, um meine Gehirnkapazität wieder in Gänze nutzen zu können. Ich muss einen Weg finden, mich gedanklich wirklich immer nur auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Es hört sich so leicht an und doch gibt es gerade kaum etwas Schwereres für mich.



Mein Monatsmotto, wenn nicht gar meine Monatsaufgabe lautet also:

Nieder mit dem Multitasking!



Denn genau das ist es, was mir momentan die Fähigkeit nimmt, die Dinge die ich anpacke, mit Sorgfalt und kompletter Aufmerksamkeit auszuführen. Dadurch bin ich nicht komplett geistig anwesend, durchdenke das eine während ich das andere mache und ein schlechtes Gewissen habe, weil ich mich doch eigentlich noch um das dritte und vierte kümmern sollte und das fünfte schon gar nicht mehr innerhalb meiner selbst festgesetzten Rahmen erfüllen kann. Das eine ist dann zwar gemacht, aber nicht richtig korrekt und dann muss das nochmal gemacht werden und alle Arbeit und Zeit ist verschenkt. Kann dem jemand folgen? Ich kann es irgendwie nicht mehr.

 Ich erkläre mal einfach Multitasking (bzw. in meinem Fall vor allem das "Multithinking") als unerwünscht und hoffe mal, dass ich im April dann Sonja von wertvoll, die immer am ersten des Monats Mottos sammelt, nachahmen kann. Die nimmt sich für den März nämlich Seelenruhe vor ... vor der steht bei mir erstmal noch Arbeit ;)

Kommentare:

  1. Huhu,

    dass ist eine super Idee. Ich glaube, da habe ich für den März sogar schon eine Idee. :D

    Liebe Grüße, und gutes Gelingen,

    Rea

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  2. Ich kann dir sehr gut folgen und deine Gedankengänge gut nachvollziehen :)
    Ich wünsche dir einen entschleunigten, achtsamen März, ganz viele Momente, wo du im Hier und Jetzt bist, und, dass du einen Schritt nach dem anderen in die Richtung setzen kannst, in die du gehen magst.
    Ganz liebe Grüße,
    Isabella

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  3. Hallo Jessi, ja da hast Du wohl recht - sich einer Sache aufmerksam zu widmen und sich nicht ablenken zu lassen i s t e c h t s c h w e r ! In den letzten Tagen ist es mir massiv aufgefallen, wie ich mit Händen und Gedanken von einer Sache zur anderen sprang und das darf so nicht weitergehen. Habe ich mir also auch etwas mehr Achtsamkeit vorgenommen, ohne an das Monatsmotto gedacht zu haben :-)
    liebe Grüße und viel Erfolg!

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  4. Liebe Jessi, vieles von dem, was du schreibst, kann ich so unterschreiben. IN mir sieht es ganz ähnlich aus. Deshalb auch mein Motto. Mit dem Multitasking und -thinking aufzuhören ist da auch ein großer Punkt. Gerade bei dem Thinking ist das ganz schön schwierig, finde ich.
    Liebe Grüße,
    Sonja

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  5. Ein gutes Motto! Obwohl ich weiß dass Multitasking faktisch unmöglich ist und sicherlich überhaupt so gar nicht zielführend, versuche ich doch auch immer ganz automatisch das eine schnell neben dem anderen und dabei am besten noch... und bin dann genauso gestresst wie Du wirkst. Viel Erfolg und ich hoffe ich kann mich da auch immer mal wieder dran erinnern1

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