Mittwoch, 16. Dezember 2015

Jahresendpause

Warnung: Dieser Beitrag enthält jede Menge Wörter.
Kurzum: Das Fräulein ist in Plauderlaune, also schnappt euch ein heißes Getränk, macht's euch gemütlich und los gehts ;)




 In 16 Tagen beginnt das neue Jahr. 2016, ich sehe dich schon winken! Bis du da bist kommt zwar erst noch der vierte Advent, die Weihnachtsfeiertage, das alljährliche Wiedersehen mit meinen Schulfreundinnen, ganz viel Schlemmerei und Spielerei, jede Menge "Was zieh ich an?" und ein großer Silvesterauftritt... aber dann bist du an der Reihe. Versprochen.

Ebenso wie Vanessa alias Frollein Pfau - der ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihre wunderbare Mitmachaktion Mittwochs mag ich danken möchte - gehe auch ich nach diesem Beitrag in die Blog-Jahresend-Pause. Und danach werde ich auch sicher wieder eine Menge zu erzählen zu haben.

Zeit also für einen kleinen Rück- und Ausblick. 

Es tut sich was am Traumbauhaus. Die Fassade ist und bleibt erstmal die beste Einbruchsicherung ;)

Im Jahr 2015 ist Schönes passiert, aber auch sehr Trauriges. Ein Mensch, der für mich fast alles bedeutet, ist überraschend von uns gegangen. Mehrere kleine neue Menschen sind auf die Welt gekommen. Wir haben unser Traumbauhaus gefunden, in dem nun schon seit über einem halben Jahr gewohnt, gelebt, gebaut und gelacht wird. Jeder einzelne Tag mit unserem Krümelchen war bereichernd und wertvoll.

Im Jahr 2016 wird Schönes passieren, aber bestimmt auch anderes. Wir werden weiter bauen und gärtnern, leben, lieben und lachen. Wir werden als Familie auf zwei Hochzeiten gehen. Es wird sich jobtechnisch sicherlich einiges fortbewegen. Und jeder einzelne Tag mit unserem Krümelchen wird bereichernd und wundervoll sein. 

Was natürlich nicht fehlen darf sind - ja, ich schreibe es ungern, aber so ist es nun einmal - ein paar Vorsätze. So dämlich und unnötig ich sie generell finde, so kurz vor Jahresende kommen sie immer wieder auf. Es ist wie der Beginn eines neuen Schuljahres, wenn alle Hefter und Blöcke noch neu und leer, alle Stifte angespitzt und schreibbereit sind, ganz Neues und Wundervolles zu schaffen. Diese Neubeginn-Euphorie packt mich immer wieder.

 Vom obligatorischen Mehr an Sport und besserer Ernährung fange ich da jetzt gar nicht an. Mir geht es vor allem um das Management von Zeit und Geld. Wir knabbern nicht am Hungertuch, aber Kind, Haus und Selbstständigkeit sind trotzdem eine Kombination, in der ein Haushaltsbuch sinnvoll wäre. Versuche ich seit Jahren immer wieder zu etablieren, ebenso wie Buttermilch, Joggen und Stangensellerie. Aber an das Haushaltsbuch glaube ich. Und ich glaube daran, dass ein besseres Zeitmanagement möglich ist. Ich werde es zumindest brauchen, wenn mein Arbeitspensum noch weiter wächst.

Ansonsten möchte ich mich vor allem immer wieder daran erinnern, jeden einzelnen Moment zu genießen und in mir aufzusaugen. Jede Sekunde mit unseren Lieben und auch mit uns selbst ist wertvoll. Natürlich werde ich auch nicht das in jeder einzelnen Sekunde tun, da kommen Abwasch, Stau und krümelige Trotzanfälle wohl immer wieder in den Weg. Aber sonst will ich mich so oft wie möglich daran erinnern, das Leben auch weiterhin zu lieben, was auch immer es mit sich bringt. 
Und ich will unbedingt gesund bleiben. Jetzt nicht im hyperdramatischen Sinne, sondern so allgemein. Seit der Schwangerschaft habe ich das Gefühl, besonders anfällig zu sein für Erkältungen. Vielleicht sind es ja auch die fiesen Kleinkind-Erkältungs-Mutationen. Da muss ich echt mal was machen ... Vitaminkur, Duschen im Schnee, was weiß ich ;)



Und weil ich gute Vorsätze zu Silvester doof finde, nehme ich mir all das jetzt vor. Nicht ab morgen oder nach Weihnachten. Ab jetzt. Und bleibe damit nicht einfach nur bei den Vorsätzen. So der Plan. Aber der Anfang ist gemacht: Statt den dritten Kaffee nehme ich gerade einen grünen Tee und ein Mörder-Super-Frühstück zu mir, das ich vorher mangels gutem Wohnzimmerlicht auf der Terasse fotografiert habe. Ja, auch das wird nicht jeden Morgen so aussehen. Aber darum geht es ja nicht. Also nicht nur.




Das Problem an den guten Vorsätzen ist ja, das sie fast zwangsläufig scheitern, weil man sie so abolut formuliert. Jede Woche zweimal joggen, keinen Kaffee mehr, Buttermilch und Sellerie statt Saft und Würstchen aus der Packung und ein halbes Kilo jede Woche weniger. Wenn es dann einmal nicht funktioniert, machen wir vielleicht weiter. Aber mit jedem mal "nicht geschafft" mehr sinkt die Motivation und kehrt sich in Frust um und wird zum bösen Jetzt-ist-es-ja-auch-egal. Bis zum Ende des nächsten Jahres, da werden dann wieder dieselben Ziele genauso gefasst. Kennt bestimmt jeder. 
 Aber wir haben wir schon von Albert Einstein gelernt: Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Also, macht euch nicht wahnsinnig.
Genießt eure Zeit.
Und macht's gut!

Wir sehen uns dann im nächsten Jahr wieder :)

Liebste Grüße,
eure Jessi


PS: Mein vorheriger Blog, Nadelspiellust, wird Anfang Januar komplett geschlossen. Also wer es noch nicht gemacht hat: hier abonnieren! Geht auf Bloglovin, Google+ und jetzt auch bei Facebook. Es erwartet uns Spannendes im neuen Jahr :)

Dienstag, 15. Dezember 2015

Weiße Weihnacht?

Sieht ja nicht wirklich so aus, nicht wahr?

Klar, es sind noch neun Tage bis Weihnachten.
Da kann was passieren.
Muss aber auch nicht.
Irgendwo hab ich eine Grafik mit der statistischen 
Wahrscheinlichkeit für eine weiße Weihnacht in der Region
gesehen. 11% stand es da. Naja, schauen wir mal.

Weihnachtsdeko findet sich auch nicht im Haus. 
Ja, es gibt eine Weihnachtskiste.
Ja, dieses Jahr weiß ich sogar wo sie ist.
Einigermaßen. Ganz hinten unten im Keller.
Aber mehr als Adventskranz ist grade noch nicht drin.


Aber ein bisschen Minimaldeko gibt es hier trotzdem.
Ich hab nämlich Pinienzapfen bemalt und beglitzert.


Die Zapfen kommen aus der Toskana. Meine Eltern haben mir im Herbst ein großen Sack mitgebracht, schon da habe ich die Idee bei Pinterest entdeckt und mir gedacht:
Jessi, du kriegst ja nicht viel hin was diese ganze Bastelei angeht, aber das könntest du schaffen.

Also Zapfen auf Modeliermasse gestellt (hält aber nicht wirklich, kann man sich also schenken), weiße Farbe auf die Spitzen gepinselt und Glitzer drauf.


Madame Katz findet die Dinger spannend und hat ab und an ein
verdächtig glitzerndes Näschen. 

Seit Sonntag steht unser Weihnachtsbaum.
Zwar erstmal oben auf dem Balkon, aber er steht,
behangen mit einer a***teuren 23m-Outdoor-Lichterkette.
Mit fünf verschiedenen Lichteinstellungen inklusive Disko-Pogo-Stroboskop.
Man gönnt sich ja sonst nichts. 
Ich bin sehr stolz darauf, dem weihnachtlichen Konsumrausch 
ansonsten ganz gut zu trotzen. Ich fürchte, wenn ich einmal damit anfange, 
Deko zu horten, dann gibt es kein Halten mehr.
Aber zumindest ein klein wenig mehr als ein Stern und ein alter Nussknacker 
darf es dann doch sein. Mal schauen, was sich nach den Feiertagen da so für Schnäppchen für das
nächste Jahr machen lassen.

Wie ist das mit euch?
Minimalist oder Dekomaus?

Verlinkt beim Creadienstag

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Mein Traumjob #4

Das Leben ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen.
Nicht nur Luft und Liebe.
Nicht nur Mama und Ehefrau sein.

Letzteres zumindest nicht bei mir.
Auch wenn ich niemals bezweifeln würde, dass "nur" diese Aufgaben das Leben ungemein bereichern und glücklich machen können, bin ich erst so richtig komplett, wenn ich auch meinen Job ausüben kann. Und da ich die Frage "Was arbeitest du denn jetzt eigentlich genau?" sowohl im realen als auch im virtuellen Leben des Öfteren höre, nutze ich die nächsten Wochen dafür, euch von meinen verschiedenen Jobs im kreativ-pädagogischen Freizeitbereich zu berichten.

Hier findest du auch #1, #2 und #3.



 Traumjob #1
  Choreografin und Regisseurin
 
 
Meine Choreografen-Karriere - wenn man es so hochtrabend bezeichnen will - begann sehr früh. Schon als Kind dachte ich mir ständig irgendwelche Tänze aus und nervte meine Freundinnen damit, sie einzustudieren. Bei jeder möglichen Gelegenheit wurden diese dann auch gezeigt: Klassenfeiern, Klassenfahrtdiscos, am Gymnasium dann sogar bei der Abitur-Vergabe. Der Höhepunkt dieser Zeit war es, dass ich einen Tanz für meine Tanzgruppe bei einem neuen Stück choreografieren durfte. 
 
Auch während meiner Ausbildung war es häufig gefragt, sich eigene Tänze auszudenken, woran ich immer Spaß hatte. Abgesehen von dem Punkt, dass ich das immer Solo zeigen sollte und alle meine "Visionen" wohl eher auf Gruppen ausgelegt waren. 
 Dementsprechend habe ich mich sehr gefreut, als sie Möglichkeit bestand, ganze Gruppen zu unterrichten und meine Choreo-Wut an ihnen auslassen zu können. Mit der Zeit haben wir alle - sowohl meine Schüler als auch ich - viel dazu gelernt und ich möchte behaupten, dass unsere gemeinsame Leistung immer besser wird. 
 
Bei einer Choreografie kommt es darauf an, eine schöne Balance zu finden zwischen den Dingen, die die Tänzer schon können und denen, die sie herausfordern. Mein Grundsatz ist es, keinen einzigen Tanz zu erschaffen, in dem nicht mindestens ein neues Element enthalten ist, an dem ausnahmslos jeder einzelne Tänzer erstmal üben muss und wachsen kann.
Zusätzlich zu Schrittkombinationen erfordert ein guter Tanz natürlich gute Musik, räumliche Bewegung, ein bestimmtes Thema oder eine Geschichte und natürlich passende und bühnenwirksame Kostüme. All das ist meine Aufgabe als Choreografin.
 
 
Einmal im Jahr zeigt unser Tanzverein ein neues Programm, die Regie dafür wird von einem der Trainer geführt. In den letzten drei Jahren habe ich das bereits zweimal gemacht, die nächste Premiere geht ebenfalls auf meine Kappe. Ich liebe es, so ein großes Werk zu erschaffen und alle Teile, die dazu gehören, zusammenzuführen. 
 
 
Dieses Jahr zeigen wir eine Geschichte, die von "Alice im Wunderland" inspiriert ist. 
Nach der Erarbeitung eines grundlegenden Konzepts und der Meldung aller Tänze, die jederTrainer mit seinen Gruppen macht, war es die größte und schwierigste Aufgabe eine sinnvolle und funktionierende Reihenfolge der knapp 30 Nummern zu erstellen. Dabei gab es viele Faktoren zu berücksichtigen: es muss genug Zeit zum umziehen sein, auch für diejenigen die in mehreren Gruppen tanzen, die Kleinsten sollten nicht bis ganz zum Schluss warten müssen, außerdem muss der Story gefolgt werden ... uff, das hat mich echt einige Stunden und Nerven gekostet. Aber die Show steht, zumindest in ihren Grundzügen. 
 
Unterbrochen ist die Show immer wieder von kleinen Schauspielszenen, die ich geschrieben habe und die die Story vorantreiben und zeigen. Die Proben dafür sind auch schon am laufen, damit unsere 15 Sprecher (mit Doppelbesetzungen) bestens auf die Shows vorbereitet sind. Der rote Faden und Spannungsbogen muss eingehalten bzw. erst einmal erschaffen werden. Gekrönt wird die Show von einem großen Finale, in dem sich alle 170 Tänzer noch einmal verbeugen und gemeinsam tanzen. 
 
 
Nun, wie gesagt, die Grundlagen stehen. 
Die Premiere wird im März 2016 stattfinden. 
Nun ist es Zeit, an Kleinigkeiten zu gehen: Bühnenbild und Hintergrundprojektion, 
Lichtpläne erstellen, Kostüme bestellen und schneidern lassen. Und proben. Proben, proben, proben. Alle Choreografien stehen, jetzt haben wir noch einige Wochen Zeit, um an 
Technik und Synchronität zu arbeiten.  
 
Es ist eine unheimlich nervenaufreibende Arbeit, die viel Hingabe, Kreativität und Zeit beansprucht. Viel mehr, als finanziell am Ende vergütet werden kann, aber wer während des kreativen Prozesses daran denkt, wird bestimmt nichts Außerordentliches abliefern können. Ich habe noch von niemandem gehört, dass er Tanzlehrer werden will, um sich eine goldene Nase zu verdienen. Die Leidenschaft ist es, die uns treibt und die Belohnung ist das Strahlen in den Augen derer, denen wir die Bühnenerfahrung ermöglichen. 
 
Erfahrungsgemäß werde ich wie ein kleines Nervenbündel oben am Regiepult sitzen, knapp 600 Zuschauer im Saal, all die vielen Tänzer hinter der Bühne, Techniker an allen Ecken, die auf meine Anweisungen warten. Und ich werde Millionen von Schmetterlingen im Bauch haben und bereits beim ersten Applaus Tränen des Stolzes in den Augen haben. Ich kenne das bereits und freue mich jetzt schon riesig darauf.
 
 
 
Das war es für's erste mit meiner Traumjob-Reihe. 
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meinen Arbeitsinhalt geben. Über einen wirklichen Arbeitsalltag kann man da ja nicht immer sprechen ;)
Ich hoffe sehr, dass ihr diesen Einblick genossen habt. 
 
 
Meine Traumjobs stelle ich im Rahmen von Mmi 
von der wunderbaren Frollein Pfau vor.
 

Dienstag, 8. Dezember 2015

Wegbereiterin

 Es gibt Dinge, auf die man ganz lange wartet. Da sind wir bei Weihnachten und Geburtstagen (zumindest bei Kindern) ganz vorn mit dabei, bei den Eltern wahrscheinlich eher wenn es um den Feierabend geht. Großeltern freuen sich auf Besuche, Katzen aufs Futter und Blogger auf gewisse Beiträge, die sie erst ab einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichen dürfen.
Letzteres trifft gerade mit dem Umstand, dass ich mich darauf freue, bestimmte Geschenke geben zu dürfen, voll zu. Aber es ist soweit und ich kann euch etwas zeigen, das schon seit ein paar Wochen fertig ist und nur darauf wartet, gezeigt zu werden.

Im Oktober entdeckte ich auf Pinterest eine tolle Wortcollage zum Thema "Erzieherin" und wusste sofort, dass das perfekt für mein kleines Schwesterchen ist, die gerade im letzten Lehrjahr steckt und wirklich alles verkörpert, was eine perfekte Erzieherin so an sich haben sollte. Bei ihr würde ich in dem Erzieherdasein keinen Beruf, sondern eine Berufung sehen.

Tja, um es als Poster entwickeln zu lassen, war die Qualität zu schlecht. Und so richtig toll fand ich den Gedanken, eine Grafik aus dem Internet auszudrucken und zu verschenken, auch nicht. Also zum A3-Block und Fineliner gegriffen und drauflosgeschrieben. Nach einigen Stunden war das Werk dann fertig und hat am Wochenende den Weg zu seiner nun 20-jährigen Besitzerin gefunden :)

Dieser Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag


Kennt ihr auch diese Menschen, die einfach nur wie geschaffen für ihren Beruf sind?

Und wo wir schon beim Beruf sind: Morgen gibt es die letzte Folge meiner Traumjob-Reihe... freut euch auf großes Theater ;) 

Freitag, 4. Dezember 2015

Traditionen neu erfinden [Monatsmotto Dezember]

Wie kaum eine andere Zeit im Jahr bedeutet die Weihnachtszeit für die meisten Menschen das Aufleben von Traditionen. Jede Familie hat da so ihre eigenen Abläufe, die jeden Menschen stark prägen - sowohl bewusst als auch unbewusst. Bei mir war zum Beispiel der Weihnachtsbaum (Plastik und mit Lichterkette) immer schon einige Tage vor Weihnachten aufgebaut und geschmückt und der Klang der "Best of Rock Christmas"-Cd läutete mein Weihnachtsgefühl ein - und das tut es noch immer. Am Weihnachtstag selbst gab es zum Mittagessen immer selbstgemachtes Hühnerfrikassé. Zum Kaffee kamen auch die Omas und Opas, nach ein paar Keksen und Stolle war Zeit für Gespräche. Dann, am frühen Abend, klopfe jemand als Weihnachtsmann an die Tür - ich habe meinen Opa dank seiner Schuhe schon mit drei Jahren entlarvt, aber immer brav mitgespielt -, dem dann ein Platz angeboten und etwas vorgesungen wurde. Davor konnte ich mich auch mit Volljährigkeit nicht entziehen (das hat man von der Gesangsausbildung ;) ), als meine kleine Schwester 15 war haben wir dann auch einfach die Geschenke unter dem Baum platziert. Dann gab es die Bescherung, alle packen aus und freuen sich, anschließend gab es immer Raclette mit Geflügelsalat und Schotensalat mit Würstchen.



In den ersten sechs Jahren unserer Beziehung haben mein Mann und ich den Weihnachtstag bei unseren Familien verbracht und sind abends dann zusammengekommen. Vor drei Jahren haben wir beschlossen, niemanden mehr am Weihnachtsabend herumfahren zu lassen und sind seitdem abwechselnd am 24. bei meinen oder seinen Eltern.



Nun, mit der Ankunft unseres kleinen Wunschkrümels, sind wir eine eigene Familie und mitten im Prozess der eigenen Traditionsfindung.  Irgendwann, wenn unser Traumbauhaus einigermaßen in Schuss ist, wollen wir das Weihnachtsfest bei uns ausrichten, bis dahin bleibt der Wechsel bestehen. Dieses Jahr sind wir bei meinen Schwiegereltern, wo es nach dem Kaffee in die Kirche zum Gottesdienst geht und am Abend vor dem Fondue das Christkind die Geschenke bringt. Etwas anders, aber ich finde das nicht verkehrt. Und auch Krümel wird dann später begreifen, dass bei den einen Großeltern eben der Weihnachtsmann kommt und bei den anderen das Christkind. Entscheiden wollen wir uns da für nichts. Vielleicht wird es bei uns ja auch ein Weihnachtsengel ;)



Ein paar eigene Traditionen haben sich bei uns auch schon gefunden. So wird der frische Weihnachtsbaum am Weihnachtsmorgen aufgestellt und geschmückt (wenn es nach meinem Mann geht am liebsten mit echten Kerzen … für dieses Jahr konnte ich ihn dank der "wunderschönen" Holzverkleidung in unserem Wohnzimmer erstmal von einer Lichterkette überzeugen), dazu gibt es selbstgemachten Baumkuchen und ein Gläschen Sherry für alle, die volljährig und nicht schwanger sind.  Die Tage davor verbringen wir damit, große Plätzchenpakete für alle Familienmitglieder zu backen und verpacken. Und musikalisch muss es für mich neben besagten "Schon immer dagewesen"-Songs auch immer das Weihnachtsalbum von Michael Bublé sein. Die ersten Takte von "It's beginning to look a lot like christmas" und ich bin mittendrin :)



Immer wieder lese und höre ich auch von weiteren schönen Traditionen, die mich inspirieren. Zum Beispiel begeistert mich die Idee, am Abend vor Weihnachten eine Kiste vor der Tür zu finden, mit kuscheligen Socken, Keksen, Punsch und einem schönen Weihnachtsfilm darin, den wir uns am Abend zuvor ansehen. Dieses Jahr ist Krümel noch zu klein dafür, aber ab dem nächsten Jahr möchte ich das unbedingt machen. Und wir träumen davon, irgendwann so weit mit unserem Fast-Selbstversorger-Garten zu kommen, dass zum Weihnachtsessen fast ausschließlich eigene Produkte auf den Tisch kommen. Aber das kann noch etwas dauern. Und alle weiteren Traditionen werden sich mit der Zeit dann sowieso ergeben und einschleichen.  Das Motto für diesen Monat lautet also wohl: Traditionen neu erfinden.



Die nächste Tradition steht aber schon vor der Tür: Am Sonntag ist Nikolaustag und ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich darauf freue. Zum einen wegen etwas, das ich an diesem Tag machen (aber leider noch nicht verraten) darf und zum anderen wegen etwas, das ich verschenke (und ebenfalls noch nicht verraten darf, denn der Lieblingsmann und meine Allerbeste  lesen manchmal mit). Was ich aber verraten darf: im Stiefel des Krümelchens gibt es wie auch im letzten Jahr kuschelige Weihnachtssocken (und noch eine neue Tradition) und ein kleines Weihnachtsbuch. Ich liebe es, zu schenken! Wenn ich mir schon das ganze Jahr lang Gedanken gemacht habe, was wem eine Freude machen würde und mich dann wochenlang darauf freue, die Reaktionen darauf zu sehen ... genau dieses Gefühl ist es, was ich so sehr an der Weihnachtszeit liebe: die Vorfreude darauf, mit Liebe zu geben. Egal wie groß oder wie klein das Geschenk oder der Beschenkte ist. Das ist Besinnung und Glück für mich.




Wie steht es bei euch mit weihnachtlichen Traditionen? 
Kerzen oder Lichterkette? 
Gans oder Würstchen mit Kartoffelsalat? ;)

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Anderthalb

Mein liebstes kleines Krümelchen,

Vor zwei Jahren um diese Zeit haben wir den Leuten von dir erzählt. Wir haben etwas aus den Flitterwochen mitgebracht, das haben wir gesagt. Du unser Wunschkind, das du fast sofort zu uns gekommen bist, als wir dich erwünscht haben. Du machst uns und unser Leben komplett.

Nun bist du unglaubliche eineinhalb Jahre alt. Was auch immer man sagt und behauptet: Nie hätte ich mir vorstellen können, wir wunderbar das Leben mit dir sein würde. Wunderbar und aufreibend und anstrengend und und bereichernd und unvergleichlich in jeglicher Art und Weise.

Du läufst und rennst und kletterst und balancierst und hüpfst als gäbe es kein Morgen. Dass du den kompletten Sommer barfuß durch den Garten gestreift bist hat dich bestens trainiert. Auch jetzt liebst du es barfuß zu sein, lässt aber glücklicherweise auch häufig die Socken an.

Du beginnst, einen kleinen eigenen Wortschatz aufzubauen, verstehst uns sehr gut und kannst herrlich so tun, als würdest du es nicht tun. Du liebst Tiere über alles, Hunde und Katzen und Schafe und Kühe und gerade vor allem Schweine. Dein Holzpuzzle kriegst du schon fast ganz allein hin und Bücher sind sowieso das wundertollste für dich.

Du bist eine Tobepuppe und Kuscheltante, die Schmuseminuten mit dir sind unbezahlbar. Ebenso deine Küßchen und Umarmungen. Und nichts ist schöner als dein zärtlich gewispertes "Mama" und "Apa" am Morgen. Deine Omas und Opas liebst du über alles. Und Madame Katz sowieso. Kein Morgen, an dem du nicht mit lauten "Atzi!"-Rufen nach ihr suchst und sie vorsichtig streichelst.

Bei der Tagesmutter bist du jetzt so wirklich angekommen. Seit es noch eine ganz Kleine gibt, um die du dich liebend gern kümmerst, noch mehr. Wie die Mama machst du dich als Mutti prima. Und magst trotzdem auch Autos. Du amüsierst dich wie Bolle über den wilden Quatsch der Großen, traust dich aber noch nicht ganz ran. So launig und trotzig du auch zuhause sein kannst, woanders benimmst du dich tadellos und ausgeglichen. Gute Erziehung, sagt die Tagesmutter. Schwein gehabt für euch, sage ich.

Krümelchen, wir lieben dich mit jeder Faser unseres Körpers und freuen uns auf alles, was noch so kommt.



Liebste Grüße und tausend Küsse,

Mama und Apa


Aus gegebenem Anlass zwischen die "Traumjob"-Reihe geschoben
im Rahmen von Frollein Pfaus wunderbarem Mmi 

Dienstag, 1. Dezember 2015

Für einen flauschigen Start

Man mag es ja kaum für möglich halten,
aber ich bin doch in den letzten zwei Moanten tatsächlich
wieder zu etwas Handarbeit gekommen. 


Ja, es ist weder große Kunst noch spektakulär.


Aber es ist ja so flauschig!
- ein Schelm, wer bei diesem Satz ein kleines Mädchen mit Plüscheinhorn vor sich sieht ;) -


Irgendwann dieser Tage darf die Welt wieder ein neues Erdenbürgerchen begrüßen,
denn ein Kollege und mittlerweile guter Kumpel meines Mannes wird zum zweiten Mal 
Papa. Und da schon ihr erstes Kind eine Decke von mir bekommen hat, möchte ich auch beim Sohnemann nicht damit brechen :)

Und mit diesem flauschigen Start ins Leben hüpfe ich gleich mal zum Creadienstag rüber.

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