Mittwoch, 25. November 2015

Mein Traumjob #3

Das Leben ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen.
Nicht nur Luft und Liebe.
Nicht nur Mama und Ehefrau sein.

Letzteres zumindest nicht bei mir.
Auch wenn ich niemals bezweifeln würde, dass "nur" diese Aufgaben das Leben ungemein bereichern und glücklich machen können, bin ich erst so richtig komplett, wenn ich auch meinen Job ausüben kann. Und da ich die Frage "Was arbeitest du denn jetzt eigentlich genau?" sowohl im realen als auch im virtuellen Leben des Öfteren höre, nutze ich die nächsten Wochen dafür, euch von meinen verschiedenen Jobs im kreativ-pädagogischen Freizeitbereich zu berichten.

Hier findest du auch #1, #2 und #4.




 Traumjob #1
  Tanzlehrerin



 Als Tanzlehrerin sind meine Aufgaben sehr vielseitig.
 Ich unterrichte meist vier Kurse hintereinanderweg und arbeite so fünf Stunden ohne Pause durch. Das war anfangs sehr ungewohnt und vor allem nach der viermonatigen Babypause echt hart, ist aber nur eine Frage der Gewöhnung. Am Wichtigsten ist es dabei, das eigene Energielevel immer oben zu behalten. Wer schwächelt, der hat - vor allem bei den Kleinen - sofort verloren. Durchgängige gute Laune, Spaß und Motivation ist also essentiell.
 Hauptsächlich unterrichte ich Kinder und Jugendliche zwischen drei und sechzehn Jahren und da hat jede Altersgruppe ihre eigenen Schwerpunkte, Schwierigkeiten und Lieblingsübungen.


3-5 Jahre: Hier steht das Spielen und Toben im Vordergrund. Wir entdecken unsere Gliedmaßen und verschiedene Bewegungsarten in alle möglichen Richtungen. Es gibt ja tatsächlich Kinder, die in die Schule kommen und nicht rückwärts auf einer Linie laufen oder die Arme komplett heben können. Das kann bei meinen Kiddies nicht vorkommen ;) Mithilfe des Vormachen-Nachmachen-Prinzips (auch untereinander) wird die Beobachtungsgabe und Umsetzung von Bewegungsabläufen geschult, es darf aber auch viel frei und nach Gemüt getanzt werden. Wichtig ist mir dabei ein angenehmer Mix aus Kinderliedern, selbstgesungenem und Instrumentalmusik. Richtige Tanzschritte und Positionen werden vielleicht mal angeschnitten, aber nicht forciert. Auch Dehnungen und Körperhaltungen dürfen nicht erzwungen werden, da das kleinkindliche Knochengerüst noch etwas instabil ist und schnell Schaden angerichtet werden kann.
 Die Tänze, die wir einstudieren und aufführen sind sehr einfach aufgebaut und leicht verständlich.


6-8 Jahre: Noch immer stehen Spiel und Spaß im Vordergrund, wenn auch gepaart mit Techniktraining. Improvisationstänze stehen ganz hoch im Kurs, vor allem gepaart mit dem allseits beliebten Stopptanz. Gern gestalten die Kinder den Raum mit Tüchern und Requisiten, um ihre eigene kleine Welt einzutauchen. Nach der freien Arbeit wird geübt: Grundschritte und Drehungen, allein und mit einem Partner zusammen. In den Tänzen gibt es mehr Schritte und verschiedene Aufstellungen und Positionen, in die getanzt wird. Dehnung steht noch immer eher im Hintergrund und wird wenn dann passiv durchgeführt.


9-11 Jahre: Ab dieser Alterstufe wechseln die Kinder in eine bestimmte Tanzrichtung. Bei mir gibt es eine Mischung aus Jazzdance, Ballett und Street Jazz - die Übergänge sind dabei natürlich fließend ;) Hier wird gern noch mit Stopptanz und Improvisationsaufgaben gearbeitet, dann folgt aber auch ein klassisches Warm-Up, Dehnungen und partielles Muskeltraining. Auch wenn das nicht die Lieblingsbeschäftigung ist: ohne Bauchmuskeln keine Pirouetten ;) Tänze und Übungen werden immer komplexer, sowie die Konzentration und Aufnahmefähigkeit der Kinder zunimmt. In diesem Alter findet meist nochmal ein enormes Längenwachstum statt, das zu einer gewissen plötzlichen Unkoordiniertheit beitragen kann. Durch das Training und die positive Beschäftigung mit dem eigenen Körper kann das gut überbrückt werden.


12-18 Jahre:  Ab jetzt kann das "klassische" Tanztraining beginnen, ganz ohne Spielchen. Die Jugendlichen haben Interesse daran, sich zu bewegen und mit Ehrgeiz an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Die Aufnahmefähigkeit ist nun sehr hoch, auch schwierige Tänze und Übungen werden schnell aufgenommen und umgesetzt. Das heikelste Thema diesen Alters ist der Umgang mit dem eigenen Körper. Mir ist es ungemein wichtig, den Mädchen ein positives Körpergefühl zu vermitteln. Egal, wie sie sind: sie sind schön und wunderbar. Die Stärke, die sie im Training entwickeln und die Erfolge, nach wochenlangem Üben diesen einen Schritt endlich hinzubekommen, schlägt sich in einem tollen Selbstbewusstsein wieder. Sie wissen, dass es nicht darauf ankommt, wie ein Körper aussieht, sondern was er leisten kann. 


Auch hier, wie in allen anderen Bereichen meiner Unterrichtstätigkeit, muss ich noch einmal betonen, wie wichtig mir die Freude der Kinder und Jugendlichen ist. Es ist ein Hobby, das sie ausüben. Sie kommen in ihrer Freizeit zu mir. Da liegt mir nichts ferner, als sie unter Druck zu setzen und auf irgendeine Weise herabzusetzen. Trotzdem setzt der Job Geradlinigkeit voraus. Ich mache wirklich jeden Spaß mit, verlange aber auch ein respektvolles Verhalten mir und den Mittänzern gegenüber. Da entwickelt sich eine  gewisse Unterrichtsdisziplin in den allermeisten Fällen von ganz allein.
 

Meine Traumjobs stelle ich im Rahmen von Mmi 
von der wunderbaren Frollein Pfau vor.

1 Kommentar:

  1. Ich liebe deine Traumjob-Reihe =) Ich hab früher auch hobbymäßig getanzt. Hip Hop =) Und aus Spaß auch mal nen Bauchtanzkurs gemacht :D Ich würde mich freuen, wenn mein Sohn auch Interesse am Tanzen hätte später (bisher sieht es sehr gut aus :D ) Aber naja, die Kleinen dürfen ja selbst wählen, was sie für Hobbys haben wollen =)

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