Sonntag, 24. August 2014

Letzter Tag als "Nur-Mutti"

Es liegt wieder eine glückliche Woche hinter der Familie Sonnenschein.
Es ist aber auch das Ende einer aufregenden und völlig neuen Phase, der verrücktesten zwölf Wochen meines Lebens:
der Zeit des "Nur"-Mutti-Daseins.
Ab morgen gehöre ich dann zu der Spezies der berufstätigen Mütter. Ich bin schon sehr gespannt, wie das laufen und sich einspielen wird und werde euch daran natürlich gern teilhaben lassen.

Nach unserem Arztbesuch und dem resultierenden neuen "Erziehungs-Kurs" geht es unserer Prinzessin blendend. Sie kommt prima mit dem neuen Rhythmus und unserer Tagesstruktur zurecht, meckert relativ wenig (und wenn, dann aus Müdigkeit) und ist herrlich drauf!
Daher habe ich diese letzte freie Woche nochmal für tolle Unternehmungen mit meinem entzückenden kleinen Krümelchen genutzt.


Wir haben:
- Passfotos machen lassen und ihren Kinderreisepass besorgt
- ganz viel gespielt und gelacht
- eine große Shoppingtour gemacht (wie anstrengend :D)
- im Partnerlook gechillt
- laaange Spaziergänge gemacht, unter anderem
am wunderschönen Wannsee

Gestern hatte die Maus ihre zweite Nacht auswärts ohne Mama und Papa, diesmal bei meinen Schwiegereltern. Mein Mann und ich haben wieder einen Pärchen-Abend für uns gemacht, unseren ersten Hochzeitstag gefeiert und Zeit zu zweit genossen. Dazu gehörte für uns ein Besuch in unserem Lieblingsrestaurant, eine Grillparty, heimatliches "Top Gear"-gucken, ruhige Kuschelstunden, ausschlafen, ungestörtes Frühstück ... aber auch "Geht es unserer Kleinen auch gut?" mitten in der Nacht. Es war herrlich. Und ebenso herrlich war es, die kleine Knutschbacke dann wieder im Arm zu halten nach 24 Stunden und ihre dicken, vollgesabberten Wangen abzuknutschen. Das pure Glück. 


Verlinkt bei Fräulein Ordnung

Mittwoch, 20. August 2014

"Sie werden mich für verrückt halten..."

Wie bereits erwähnt, ist meine kleine Tochter keine stille Maus. Eher im Gegenteil.
Nun dachten wir ja eine Woche lang, sie sei über dem Berg. Ich habe mein Baby wirklich nicht wiedererkannt, so den ganzen Tag lang entspannt und ohne Gebrüll.

Zu früh gedacht.

Nach einer Woche Traumbaby-Spielen kehrte die harte Realität mit voller Wucht zurück.
Pläne wurden geschmiedet - vielleicht sollten wir doch mal zum Ostheopaten, anderen soll das geholfen haben? - und tausende Tränen geweint. Am Schlimmsten war es am Freitag beim Opa-Geburtstag, da habe ich mich letztendlich über eine Stunde mit meiner Mama im dunklen Schlafzimmer beraten und im wahrsten Sinne des Wortes ausgeheult.
Ja, es ist wirklich so schlimm. Denn mein kleines Mäuschen schreit jetzt nicht nur scheinbar grundlos aus heiterem Himmel. Sie kreischt. Und zwar so richtig. Das Organ hat sie offensichtlich von mir - Sängerlunge halt :D

Nun rufe ich also Montag früh bei unserer Kinderärztin an, die glücklicherweise gleich imm Gebäude gegenüber ihre Praxis hat. Wir haben zwar nächste Woche auch die U4 bei ihr, aber in dieser Intensität kann das ja nicht weiter gehen. Wenn ein Kind trotz Erfüllung aller Bedürfnisse dermaßen schreit, muss ja schließlich was weh tun oder falsch sein in dem kleinen Körperchen. Das ist so nicht normal, auch wenn ich diese Formulierung ganz furchtbar finde.

Ärztin ist im Urlaub. Grrrrmmmmh.
Also los zur Vertretung in den Nachbarort. Das sind zehn Minuten Autofahrt. 


Und dann das:

 
Kind, was tust du da?!!!!
Wie soll ich denn so dem Onkel Doktor zu verstehen geben, was unser Problem ist?


"Sie werden mich für verrückt halten, aber ich komme zu Ihnen, weil mein Baby tagsüber nicht schläft und extrem viel schreit", sage ich also.
Zum Glück hat der Herr Verständnis und zwinkert mich an. Vorführeffekt. Tolles Ding.

Nach einer sehr sanften und wirklich tollen Untersuchung steht fest: Nichts auffälliges zu finden.
Baby ist kerngesund.
So rabenmütterlich es auch klingen mag: Ich bin etwas enttäuscht.
Hatte ich mir doch ein konkretes Problem inklusive Lösung versprochen.
Den Ostheopathen und Stress einer weiteren Untersuchung könne ich mir schenken, da auch in dieser Richtung kein Problem zu erkennen sei.
Selbst als mein Töchterlein zum Ende des Arztbesuches ihre Maximalintensität zum Besten gibt, hat der Arzt nur einen mitfühlenden Blick für mich.
"Es ist zwar nicht schön, aber das kommt häufiger vor als man so denkt."
Den Spruch hebe ich mir für den nächsten auf, der mir mit "Ich habe ja schon viele Babys erlebt, aber eines, das SO viel schreit noch nicht" kommt.

Grrmmmmhpf.

Naja.

Hauptsache gesund.


Aber wie kriegen wir das jetzt in den Griff? So kann es ja nicht weitergehen. Es existiert kein wiederkehrender Tagesablauf und wir sind komplett fremdbestimmt durch unser unruhiges Baby. Da bleiben eine Menge Nerven auf der Strecke.

Ich sehe ein: die Einzige, die hier etwas ändern kann, bin ich. 
Ich habe ja damit gerechnet, dass wir ebenso wie alle anderen Eltern auf der Welt Fehler machen werden - wenn ich auch nicht daran dachte, dass es so früh sein würde. Fehler ist da vielleicht auch nicht die richtige Bezeichnung. Aber manche Verhaltensweisen funktionieren einfach nicht und deswegen müssen wir etwas ändern.

Ganz die moderne Mama habe ich die letzten elf Wochen nach Bedarf gestillt, denn das Kind weiß schon, wann es Hunger hat. Dann waren das mal drei Stunden, mal zwei, mal vier und auch gern mal nur eine Stunde. Das schlaucht und lässt keinerlei Raum für Planung. Bei Fragen nach meinen Stillzeitenn konnte ich nur müde lächeln und das vorerst stolze und fortschrittliche "Ich stille nach Bedarf" wurde allmählich zur Last. 
Auch das Warten auf den Schlaf des Babys ist bei unserem Krümel einfach nicht förderlich. Denn wenn es nach ihr geht, schläft sie nie. Sie wehrt sich so sehr gegen das Einschlafen - es sei denn an der Mamabrust -, dass sie richtig hysterisch wird und jede Menge Luft schluckt. Auch nicht förderlich zum Beruhigen.

Also gibt es jetzt einen Plan.
Gestillt wird frühestens alle drei Stunden. Dazwischen ist Zeit zum Spielen und - besonders wichtig - der Krümel wird zum Schlafen bei schöner Musik ins Bettchen gelegt. Wenn sie brüllt, wird kurz beruhigt. Und wenn sie meckert, dann meckert sie. Dafür haben wir uns eine Frist von einer halben Stunde gegeben. Gut finde ich auch das 5-10-15-Modell. Erst nach fünf Minuten reingehen, wenn sie sich nicht selbst beruhigt, dann nach zehn, dann nach fünfzehn.
Das klingt für viele wahrscheinlich unheimlich hart und herzlos, gilt doch in allen modernen Ratgebern das "Lassen Sie Ihr Kind nicht schreien!".
Es war auch nie das Modell, was ich für mich erwünscht habe. 
Aber es funktioniert.
Seit gestern habe ich immer mindestens drei Stunden Stillabstand eingehalten, die Kleine schläft zwischendurch - sogar ohne Zwang im Wagen! - und scheint wesentlich entspannter. Klar, wer ausgeruht ist, den regt so schnell nix auf. Kreischanfälle kommen immer noch vor, aber sie beruhigt sich nicht nur überhaupt, sondern ziemlich rasch. 
Und wenn mal gar nix hilft, dann hilft die Bauchtrage.

Auch wenn diese Art und Weise nicht für jeden etwas ist: für uns scheint es genau das Richtige zu sein. So hat es nach nicht einmal zwei Tagen zumindest den Anschein. Dass eine Verhaltensänderung unsererseits so schnell fruchtet hätte ich selbst auch nie gedacht.

Ich will hier nach das Nach-Bedarf-Stillen oder eine freiere Vorgehensweise verteufeln.
Manche Kinder bauen sich selbst einen guten Rhythmus auf. Meine kleine Nichte zum Beispiel will etwa alle drei Stunden trinken, ist kurz wach und schläft dann bis zur nächsten Mahlzeit. Mit drei Wochen. Meine Tochter kann das mit ihren drei Monaten nicht alleine, ihr müssen wir also helfen, einen guten Rhythmus zu entwickeln. Das gibt Rituale, Struktur und vor allem Sicherheit.

Wie auch immer es geschehen mag: Ich wünsche allen Müttern, dass sie diese für sich und ihr Kind finden. Die besten Ratschläge dazu habe ich tatsächlich von meiner eigenen Mutter bekommen.
Inklusive der Randbemerkung: "Weißt du, all das, was ich dir jetzt rate, habe ich selbst nicht gemacht. Ich bin auch erst jetzt schlauer."
Danke Mama! :)


Ich mag offene Worte und ich mag auch gern mal Fehlerchen eingestehen - es waren sicher auch nicht die letzten. Deshalb widme ich diesen Beitrag am Mittwoch der lieben Frollein Pfau.



In Liebe,

Euer Fräulein Sonnenschein




Samstag, 9. August 2014

Nachtrag zu den lieben Vorsätzen

Hallöchen ihr Lieben,


Heute ist mir ein Nachtrag zu meinem Vorsatz-Post eingefallen ... eigentlich peinlich, dass gerade DER mir entfallen war, war er doch mein eigentlicher Anstoß zu der ganzen Überlegung :D


Ich wollte nie, dass mein Mann und ich uns
gegenseitig mit "Mama" und "Papa" ansprechen.
Tatsache ist, dass wir das schon machen, seit wir
unsere Madame Katz haben ... und mit Baby ist es nicht 
weniger geworden. "Macht die Mama mal dies" und 
"Der Papa macht jetzt mal jenes" ist in unserer Kommunikation
an der Tagesordnung. Überraschenderweise stört mich das nicht.

Wir können nämlich auch immer noch anders ;)


Danke auch noch einmal für die lieben Kommentare zu meinem Post!
Ich freue mich immer so sehr zu sehen, dass mein Blog gelesen wird und meine Worte die Leser auch erreichen und sogar berühren ... das ist ein ganz wunderbares Gefühl. Danke :)

Mittwoch, 6. August 2014

Von Vorsätzen - und wie man sie bricht

Es beginnt ja schon damit, wie ruhig es hier zeitweise geworden ist.
Ich habe mir fest vorgenommen, trotz meiner neuen Mammutaufgabe als Mama auch weiterhin meinen liebsten Tätigkeiten nachzugehen, zu häkeln und stricken, zu schreiben, zu backen ...

Und da ist auch schon der erste Zonk!
Wäre mein Krümel ein Vielschläfer, dann wäre das Ganze vielleicht möglich.
Ist sie aber nicht, ich staune schon über jedes längere Nickerchen am Tag...
Und was das Kreative Arbeiten angeht, bleibt da natürlich kaum Zeit für.
Deswegen gehts hier momentan auch so ziemlich nur um Mama-Kram ;)


Aber das ist nicht der einzige Vorsatz, mit dem ich in der letzten Zeit gebrochen habe.

Jeder hat ein bestimmtes Bild von sich im Kopf. Davon wie man ist und wie man gern sein würde.
In Zeiten großer Veränderungen kommen diese Bilder in Bewegung, manchmal auch kräftig ins Wanken, und man fragt sich immer wieder: Bin ich denn eigentlich der Mensch, der ich sein möchte?

Während der Schwangerschaft fragte ich mich immer wieder, wie ich so gewisse Dinge angehen möchte. Was will ich für eine Mutter sein? Wofür stehe ich, was ist mir wichtig?
Ich meine damit kein Erziehungskonzept - Konzepte finde ich für die Erziehung meines Kindes eh schwierig, ich folge da meinem Herzen und meinem eigenen Kopf.
Es ging eher so um gewisse Dinge, an die ich mich halten wollte. Und ihr ahnt es schon: Zonk!

Ihr wollt Beispiele?

Ich wollte zuhause keine Feuchttücher benutzen.
Weil warmes Wasser und Waschlappen ja so viel besser für die zarte Babyhaut sind.
Zonk!
Kaum zuhause angekommen und einmal probiert, mit Baby
auf dem Arm ein Schüsselchen warmes Wasser zu füllen und
zum Wickeltisch zu tragen (Baby allein drauf liegen lassen und das 
Wasser schnell holen ist ja keine Option) und es dann immer wieder 
vergessen ... ich nutze seit dem ersten Tag Feuchttücher, einfach weil
es praktisch ist und schon da steht. Und der Krümelpo ist noch immer ganz pfirsichzart ;)

Ich wollte das Kind von Anfang an an das eigene Bettchen gewöhnen.
Vor allem nachts.
Zonk!
Dieser Vorsatz löste sich bereits in der Klinik in Luft auf. 
Da habe ich anfags nur im Liegen gestillt. Und dann blieb die Kleine
eben neben mir liegen. Und das war auch wunderschön so.
Wer einmal erlebt hat, wie praktisch es ist, dem quakenen Baby nachts 
einfach die Brust ins Mündchen zu schieben, ohne sich groß bewegen 
zu müssen und dann selig weiterschläft, wird wissen was ich meine ...
Und meine Tochter am frühen Morgen sich räkelnd neben mir zu haben,
das ist einfach unbezahlbar schön!

Ich wollte mich nicht von Trends und anderen Müttern
verunsichern oder zu etwas bringen lassen, hinter dem
ich persönlich nicht stehe.

Nun, das habe ich bisher sehr gut hinbekommen.
Da funktioniere ich sehr intuitiv und lasse mich nicht
beeinflussen. Und ich weiß, dass auch bei anderen
das Gras nicht grüner ist. Egal, was sie mit ins Wasser
mischen. Komische Metapher, aber ihr wisst sicherlich was ich meine.

Ich wollte nie, dass mein Mann und ich uns
gegenseitig mit "Mama" und "Papa" ansprechen.
Zonk!
Tatsache ist, dass wir das schon machen, seit wir
unsere Madame Katz haben ... und mit Baby ist es nicht 
weniger geworden. "Macht die Mama mal dies" und 
"Der Papa macht jetzt mal jenes" ist in unserer Kommunikation
an der Tagesordnung. Überraschenderweise stört mich das nicht.

Wir können nämlich auch immer noch anders ;)


Ich wollte nie so eine "Mein Baby ist hochintelligent"-Mutter
werden.
Bööööse Falle.
Schon am ersten Tag: "Die versucht ja schon ihr Köpfchen zu halten",
"Mann, die strampelt ja schon richtig", "Ist das normal, wenn die das 
schon so macht?" Alles Deckmäntelchen für: hui, mein Kind entwickelt
sich schneller als der Durchschnitt! Und schon ist da der Zonk!
Die Wahrheit ist: ich habe keine Ahnung, wann was normal ist
und normal gibts es bei so etwas individuellem wie einem Baby
ja sowieso nicht. Also entspann dich, Fräulein :D

Ich wollte es nie besser wissen und ungebeten Ratschläge geben.
Fast Zonk.
Kaum dass meine kleine Prinzessin eine Woche auf 
der Welt war, bemerkte ich, wie mir das Neu-Mama-Sein
plötzlich schon zu Kopf stieg. Schon wollte ich kluge Sprüche
lassen à la "Genieß du mal noch die Schwangerschaft, danach ist es
vorbei mit Schlaf und Zeit für dich allein" oder "Du glaubst, du weißt,
was auf dich zukommt? Du hast ja keine Vorstellung". Konnte mich zum
Glück zusammenreißen und habe nichts dergleichen gesagt. Nur
Mut zugesprochen und die Angst vor der Geburt zu lindern versucht.

Ich wollte nie so eine klammernde, vollkommen einnehmende 
und überemotionale Mutti werden.
... Haha, als hätte ich mir da je eine Illusion gemacht ...
Mir war schon klar, dass ich eine Glücke sein würde.
Mit allem drum und dran.


Hmmm, in meinem Kopf war die Liste gebrochener Vorsätze viel länger. Stilldemenz? Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm? :D
Vielleicht fällt mir ja noch was ein und ich vervollständige das Ganze noch ;)

Aber ich weiß ganz genau, wie ich - als Mensch, als Frau, als Mutter, als Freundin und als Vorbild - sein will: liebevoll und kreativ. Und das kriege ich schon ganz gut hin, denke ich ;)


In Liebe,

Euer Fräulein Sonnenschein

PS: Ich mag offene Worte ... und daher wandern die
jetzt zu Frollein Pfau 

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