Montag, 12. Februar 2018

1000 Fragen an mich selbst [#6]

 





Und da sind wir wieder zu einer neuen Runde der Zeit zur Selbstfindung mit den 1000 Fragen an mich selbst, die Johanna angestoßen hat. Außer dem findet gerade ja eher wenig auf dem Blog statt, aber das Phänomen geht woh nicht nur hier um. Aber ich mag es und hab ja auch keinen Druck zu tollen Hochglanz- oder Werbeartikeln. Also kommt nur rein, was mir gefällt ;)

Heute geht es um meine Charaktereigenschaften als Stier, Unabgeschlossenes und um Dinge, für die ich mir mehr Zeit nehmen sollte.





101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?
Jetzt musste ich doch gleich mal nach den Eigenschaften des Stiers googlen ... und mich in einigen Punkten wiedergefunden. Ich umsorge gern und kümmere mich um andere, übernehme Verantwortung und organisiere gern und ich habe zum Teil Schwierigkeiten, wenn ich bei schon gewissenhaft Geplantem dann doch flexibel sein muss und von meinen Vorstellungen abweichen muss. Sturheit kann ich jetzt auch nicht ganz von mir weisen, doch ich kann auch meine Meinungen und Ansichten überdenken. Unbelehrbarkeit und geringes Einfühlungsvermögen durch starre eigene Vorstellungen treffen auf mich definitiv nicht zu.

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?
Eher gedeckte Farben und schwarz.

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?
Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört das zu wollen, denn es setzt mich eh nur unter Druck und führt bei mir schnell so eine Überforderungsstarre herbei. Wenn ich mir für einen Tag zu viel vornehme, schaffe ich am Ende viel weniger, als wenn ich es einfach auf mich zukommen lasse. Wie schon bei 101: wenn ich einen Plan gemacht habe, dann irritiert es mich, davon abweichen zu müssen und dann geht gar nichts mehr. Gerade mit Baby lasse ich mir in meiner Tagesplanung als möglichst viel Freiheit.

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?
Gar keine. Ab und zu, wenn es gerade zeitlich passt, mache ich "Mein Kind, dein Kind" an, sonst aber nichts.

105. In welcher Beziehung möchtest du für immer Kind bleiben?
Ich möchte immer neugierig bleiben und entdecken, die Augen und das Herz offen halten für Neues und die Schönheit der kleinen Dinge. Und täglich lachen.

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?
Im normalen Arbeitsalltag nicht, im Urlaub aber sehr gern.

107. Wer kennt dich am besten?
Mein Mann und meine Oma.

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am langweiligsten?

Bügeln. Mach ich deshalb auch so gut wie nie.

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?
Natürlich, das bleibt im Leben nicht aus. Ich finde es vor allem enttäuschend, wenn man unehrlich ist, Dinge hinter dem Rücken gesagt werden oder Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?
Früh wach und trotzdem ausgeschlafen sein, viel Kuschel- und Spielzeit mit gut gelaunter Familie, Zeit im Garten bei schönem Wetter und gutes Essen.

111. Bist du stolz auf dich?
Kurz und ehrlich: ja.
Ich bin stolz auf meine Familie, auf meine Fähigkeit zu kommunizieren und zu umsorgen, auf das geschaffene Heim. Ich bin stolz darauf, wie ich meinen Job meistere. Und ich bin stolz auf meine Positivität, Leidenschaft und Ausgeglichenheit.

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?
Dazu fällt mir gar nichts ein ... ich kann weder Figuren aus Kaugummi mit meiner Zunge knoten noch das Alphabet rülpsen.

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?
Ich habe vor Jahren eine Geschichte für Kinder geschrieben, die ich überarbeiten und an Verlage schicken wollte. Eine erste Überarbeitung gab es, auch einige Probeleser. In der zweiten Überarbeitung bin ich dan stecken geblieben und nun liegt das Ganze schon seit Jahren in der Schubalde und wartet darauf, dass etwas aus ihm wird...

114. Warum trinkst du Alkohol bzw. keinen Alkohol?
Ich habe durch Schwangerschaft und (kurze) Stillzeit jetzt ein knappes Jahr nichts mehr getrunken, mittlerweile ist es auch mal wieder ein Gläschen am Wochenende. Wenn ich Alkohol trinke, dann am ehesten einen lieblichen Wein, weil er mir gut schmeckt und sich - auch wenn es sich doof anhört - nach etwas Besonderem anfühlt.

115. Welche Sachen machen dich froh?
Mich erfreut Zeit mit meinem Mann, meinen Kindern, meiner Familie und guten Freunden und Bekannten. Schön verbrachte Zeit ist sowieso das Wertvollste. Ansonsten freue ich mich auch über ehrlich gemeinte Komplimente, eine schöne Tasse Kaffee, Sonnenschein und wenn mir etwas gut gelingt. Und über ganz viele Kleinigkeiten im Alltag ... da bin ich echt schnell zufrieden zu stellen ;)

116. Hast du heute schonmal nach den Wolken im Himmel geschaut?
Ja, so wie jeden Morgen. Und habe mich über einen strahlenden Himmel gefreut. Perfektes Wetter für einen Arbeitstag im Garten.

117. Welches Wort sagst du zu häufig?
"Gleich."

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?
Zeitweise gern mal, wenn ich damit ein Problem hätte könnte ich ja kaum auf der Bühne stehen und meinen Job ausüben, ob nun als Lehrkraft oder als Sängerin. Privat bin ich aber eher von der ruhigen Sorte, die eher weniger die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?
Ruhige Paarzeit, obwohl das seit der Geburt unseres zweiten Kindes ganz gut läuft. Aber wenn ich dann wieder viel unterrichte, dann muss ich mich am Abend doch schonmal daran erinnern, bewusst herunterzufahren, keine Arbeit mehr zu zerdenken und Quality Time mit dem Lieblingsmann zu genießen.

120. Sind Menschen von Natur aus gut?
Auch wenn es mir durch momentane Ereignisse schwer fällt es selbst zu glauben: ja. Ich glaube fest daran, dass kein Mensch mit bösen Absichten auf die Welt kommt und dass auch im Normalfall jeder nur das tut, von dem er der Meinung ist es sei das Richtige. Erschreckend aber, zu welchen Taten Menschen dann doch fähig sind.

Montag, 5. Februar 2018

1000 Fragen an mich selbst [#5]

Und da sind sie wieder, die nächsten 20 der 1000 Fragen an mich selbst, einer wunderbaren Mitmachaktion von Johanna. Am Ende dieses Beitrags werde ich mich 100 Fragen gestellt haben. Manche sind schnell und mit wenigen Worten zu beantworten, bei anderen braucht es da mehr Erklärung. Und manche bringen mich doch stark zum Nachdenken. Das schätze ich sehr.

Hier, hier und hier findest du auch die vorangegangenen Teile.
Bist auch du schon dabei?





81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?
Vor allem ganz viel Weinen und Vermissen. Alles andere, wie viel lesen oder ein Buch schreiben, wäre da wohl jetzt zu romantisch gedacht. Aber ich würde garantiert versuchen, die Weiterbildungsmöglichkeiten und Ausbildungen zu nutzen.

82. Was hat dich früher froh gemacht?

Diese Frage finde ich enorm schwer. Ich habe spontan den Gedanken, dass mich andere Dinge froh gemacht haben müssten als jetzt ... aber das stimmt nicht. Es ist noch immer Quality Time mit den Menschen, die mir am Herzen liegen. Aber auch mal Zeit für mich allein. Kleine Dinge und alltägliche Schönheiten. Nein, das hat sich nicht verändert.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

Ich mag mich gern in langen Kleidern oder Röcken.Generell bin ich alles andere als ein Fashion Victim.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Taschentücher, ein Glas Wasser und eine Mullwindel für die nächtlichen Babyfütterungen. Und pro forma auch immer ein Buch, obwohl ich so gut wie nie zum Lesen komme, erst recht nicht im Bett.

85. Wie geduldig bist du?
Für gewöhnlich bin ich die Ruhe in Person. Wenn das Tochterkind morgens allerdings so gar nicht aus dem Knick kommt und sich komplett quer stellt (was natürlich meist nur passiert, wenn ich einen Termin am Morgen habe und wir auf die Zeit achten müssen) kann ich auch ungeduldig werden. Meist bekomme ich es mittlerweile zum Glück hin, das nicht so nach außen zu zeigen, da sie darauf nur mit Gebocke reagiert und sich komplett versperrt.

86. Wer ist dein gefallener Held?
Künstlerisch gesehen: Alan Rickman und Roger Cicero. Und privat meine Oma.

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?
Nö.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?
Ich habe einen Kumpel, den ich seit der ersten Klasse kenne - auf dem Einschulungsfoto standen wir sogar nebeneinander - und mit dem ich meine komplette Schulzeit bis zum Abi verbracht habe. Wir sehen uns selten, haben aber einen ähnlichen familiären Lauf genommen (seine Tochter ist wenige Monate jünger als meine und demnächst erwarten auch sie ihr zweites Kind). Ich freue mich immer wieder, dass der Kontakt noch existiert.

89. Meditierst du gerne?
Ich habe es noch nicht probiert. Obwohl ich beim Unkraut zupfen herrlich entspannen und abschalten kann, das fühlt sich auch fast nach Meditation an.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Am allerbesten hilft es mir, mit meinem Mann zu quatschen. Auch dann - vielleicht sogar besonders dann - wenn ich mich am liebsten verkriechen und niemanden sehen will. Er ist mein Anker.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch?
Die komplette Outlander-Saga von Diana Gabaldon. Sie begleitet mich seit guten 13 Jahren und ich habe alle Bände mehrfach gelesen. Jetzt kriege ich glatt wieder Lust drauf, aber Zeit zum Lesen ist gerade so gut wie nicht existent.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What's App?
Mit meinem Mann.

93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein?
Ja. Zumindest an den meisten Tagen.

94. Gibt es ein Gerücht über dich?
Nicht, dass ich es wüsste. Also definitiv nicht im Kreise der Leute, denen ich wichtig bin, denn dann würde ich es wissen. Und bei allen anderen ist es mir nicht wichtig.

95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest?
Viel mehr schreiben und handarbeiten. Und ich würde versuchen, möglichst viel selbst heranzuziehen und zu produzieren.

96. Kannst du gut Auto fahren?
Ja.

97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden?
Ich freue mich, wenn ich anderen sympathisch bin. Mein Handeln richtet sich danach aber nicht. Ich bin - so bekomme ich zumindest häufiges Feedback - von mir aus ein höflicher und netter Mensch, ohne mir Mühe geben zu müssen.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht?
Nicht viel. Aber das ist nichts, was ins Internet gehört. Definitiv würde ich an den Grundkomponenten und -entscheidungen nichts ändern, denn sie haben mich zu meinem Mann geführt.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?
Abends ausgehen passiert unheimlich selten. Aber wenn, dann bin ich ein Freund von Situationen, in denen man schön ausführlich und losgelöst quatschen kann, ob nun im Restaurant, bei einem Getränk oder bei jemandem Zuhause. Und ein-/zweimal im Jahr muss auch mal Kultur drin sein. Ich bin absolut kein Clubgänger, nie gewesen.

100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen?
Nein. Ok, ich bin schon zu schnell gefahren oder hab bestimmt mal ein Stopschild übersehen ... aber nichts Ernstes ;)

Sonntag, 28. Januar 2018

1000 Fragen an mich selbst (#4)

Von Kummer, Freunden, Märchen und vielem mehr handelt die heutige Ausgabe der 1000 Fragen an mich selbst. Und ich verrate euch, ob ich beruflich das mache was ich mir erträumt habe.

Hier und hier findest du auch die vorangegangen Teile, bei Johanna gibt es noch viele, viele mehr.



61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Schwierige Frage ... wieder so eine der Dinge, über die ich eher nicht nachdenke, weil sie mich einfach schnell an den Punkt bringen, an dem ich nicht weiter weiß. Ich habe Schwierigkeiten damit mir vorzustellen, das dann plötzlich nichts mehr da ist. Und man ja auch nichts fühlt. Seht ihr, da bin ich schon an meiner Grenze angekommen. Ich stelle mir aber - für mich selbst und als persönlichen Trost - gern vor, dass uns die, die wir lieben, nie ganz verlassen. Vielleicht zählt das ja auch schon.

62. Auf wen bist du böse?
Momentan auf niemanden. Das ist eh nur ein seltener Zustand und trifft dann am ehesten Leute, die mich oder meine Lieben persönlich angreifen oder mit Unwahrheiten um sich werfen.

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Mittlerweile kaum mehr, seit ich mein Auto habe. Für meine Arbeitswege ist das aber auch dringend erforderlich.

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet?
Der Tod meiner über alles geliebten Oma. Und die ersten elf Lebenstage meines Babys, die er auf der Neonatologie verbringen musste (hier habe ich davon berichtet).

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?
Nicht direkt. Als Jugendliche war es immer mein Traum nicht nur hobbymäßig, sondern auch beruflich auf der Bühne zu stehen. Dann die Ausbildung zur Musicaldarstellerin machen zu können an der ältesten und renommiertesten Schule Deutschlands dafür ... der Traum schien sich zu erfüllen. Die Ausbildung war hart, sowohl körperlich als auch psychisch. Ich musste immer wieder die Erfahrung machen in die Schublade "nett, aber nicht spannend genug" gesteckt zu werden, habe nicht so viele Chancen bekommen wie ich es mir gewünscht hätte. Eine Vorbereitung auf das Berufsleben, denn in diesem Business wartet nun wirklich keiner auf dich. Die Branche ist überlaufen, vor der Kunst steht allzu häufig doch nur die reine Optik und der Konkurrenzkampf ist riesig, im Gegensatz zur menschlichen Ethik an einigen Stellen. Aus dem Übergangsjob als Trainerin wurde aber zum Glück Leidenschaft und so fand ich mich recht schnell dort wieder, wo vermeintlich die künstlerische Karriere endet: ich unterrichte das, was ich gelernt habe. Und ich liebe es.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Es muss mich einfach packen, das kann stilistisch und auch vom tempo her enorm variieren. Es gibt so Lieder, da springt sofort meine innere Choreografin an.

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?
Ich sehe jetzt mal meinen Mann als diesen Geliebten und an ihm schätze ich enorm seine Ehrlichkeit und Loyalität.

68. Was war deine größte Anschaffung?
Definitiv unser Haus.

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Spontan würde ich direkt sagen: ja. Vor kurzem musste ich allerdings merken, dass es da auch Grenzen gibt. Ab einem bestimmten Punkt bin ich vielleicht nicht nachtragend, aber vergessen kann und will ich dann doch nicht alles. Wenn man mein Vertrauen so richtig verletzt hat, dann gibt es da auch kein Zurück.

70. Hast du viele Freunde?
Nein, wirklich nicht. Aber dafür sehr gute. Solche, die man nicht mit Gold aufwiegen kann. Die man nicht täglich sprechen muss, um verbunden zu bleiben. Und die jederzeit für mich da sind, wenn ich sie brauche. 

71. Welches Wort bringt dich auf die Palme?
Ganz aktuell: Digitalisierung.
Dieses ganze Schlagwortgequatsche der Politiker geht mir gerade unheimlich auf den Senkel. Vor allem das Gepreise der sogenannten Digitalisierung. Und wir haben hier 7km von Berlin entfernt gerade mal ne 2000er-Leitung ... Breitbandausbau geht hier ja mal gar nicht und das nervt enorm.

72. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?
Nicht, dass ich wüsste. Obwohl doch ... über unseren Tanzverein gab es mal einen Bericht im Lokalfernsehen und im Ersten lief mal ein Film, bei dem ich mit meinen Tanzmädels in einer Szene mitgespielt habe.

73. Wann warst du zuletzt nervös?
Bei den zahlreichen Untersuchungen, die mit unserem Babysohn in der Neo durchgeführt wurden. Seine Symptome hätten auch auf schwerwiegende Organdysfunktionen hinweisen können, da war mir während des Wartens auf die Ergebnisse enorm flau im Magen. Zum Glück war es aber nichts dergleichen.

74. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?
Zuallererst sind das die Menschen, die es bewohnen.
Bei uns ist es heimelig und gemütlich, Liebe und Geborgenheit, aber auch persönliche Freiheit liegen in der Luft.

75. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen?
Momentan eher gar nicht ... es sei denn ich sitze gerade im Auto während die Radionachrichten laufen. Ich weiß, dass es wichtig ist ... aber momentan bin ich um jeden Tag froh, an dem es sich nur um meine Familie und unsere eigene kleine heile Welt dreht.

76. Welches Märchen magst du am liebsten?
Da kann ich mich gar nicht entscheiden ... ich liebe Märchen generell sehr. Gerade wird bei uns aber besonders häufig "Rapunzel" gelesen, sie ist das aktuelle Frisurenidol meiner Tochter ;)

77. Was für eine Art Humor hast du?
Trocken und manchmal böser und schwarzer als es von mir erwartet wird.

78. Wie oft treibst du Sport?
Seit dem 9. Monat der Schwangerschaft gar nicht. Nun fange ich langsam wieder an, setze mich ab und zu auf den Heimtrainer, gehe einmal in der Woche zum Bauchtanz und demnächst will ich es auch wieder mit Zumba versuchen.

79. Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck?
Das ist eine schwierige Frage. Im Allgemeinen halte ich mich selbst eher für eine unauffällige Person. Ich gehöre nicht zur lauten oder exzentrischen Fraktion. Sicherlich auch nicht von Vorteil in dem Job, den ich eigentlich angepeilt hatte ;) Womit ich Leuten im Gedächtnis bleibe ist bestimmt meine Leidenschaft im Job und meine positive und liebevolle Art.

80. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?
Erster Gedanke: meine Kinder und mein Mann (auch wenn das drei sind).
Nächster Gedanke: Familie und Musik.
Da es sich aber um Dinge handelt muss ich genauer überlegen ... und da fällt mir nichts ein, was wirklich gar nicht verzichtbar wäre, verglichen mit diesen ersten Gedanken. Besonders wichtig für unser alltägliches Leben sind aber sicherlich das Auto und mein Telefon.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Neugeboreneninfektion - unsere Zeit auf der Neonatologie

Für diesen Bericht habe ich mir bewusst sehr viel Zeit gelassen, denn er dreht sich um die
schwierigste und schlimmste Zeit, die wir als Eltern bisher miterleben und durchstehen mussten. Doch es ist mir wichtig, das Erlebte in Worte zu fassen und zu teilen. Im Folgenden möchte ich euch gern davon erzählen, unterbrochen von Auszügen aus den Arztbriefen dieser Zeit.

Die Geburt meines zweiten Kindes verlief ja trotz Beckenendlage völlig unkompliziert und war ein ziemliches Holterdiepolter (hier geht's zum Geburtsbericht). So sollte es jedoch nicht bleiben...


"Hypotrophes männliches Neugeborenes 39+4 SSW (GG 2770g)
Geburt: spontan aus Beckenendlage und grünem Fruchtwasser
Konntale Infektion
Zentrale Apnoen"

Es war geschafft. Nur zwei Stunden nach dem Blasensprung und Wehenbeginn lag unser Sohn auf meinem Bauch. Er war winzig und unglaublich zart, noch mehr als wir vermutet hatten.
Die Hebammen redeten von grünem Fruchtwasser und nabelten ihn ab, dann nahm ihn eine Kinderärztin zum Absaugen mit in einen anderen Raum.
"Er braucht noch ein bisschen Unterstützung."
Mich machte das nicht nervös, kannte ich diesen Satz doch schon aus den unzähligen Geburtsdokus, die ich mir in den letzten Monaten angesehen hatte. Mein Mann dagegen war merklich angespannt, weil sie unser Neugeborenes mitgenommen hatten. Zehn Minuten später kehrten sie zurück und alles schien gut. Ein bisschen kurios fanden sie unser Baby schon: klein und leicht wie ein Frühgeborenes aus der 36.Woche trotz fast am ET, aber kein bisschen Käseschmiere mehr und Waschfrauenhände als wäre er übertragen.

Er hatte geschrien und trank auch gut an der Brust, wirkte allerdings ziemlich erschöpft und kaputt - kein Wunder nach der Sturzgeburt. Die hatte ihm mächtig Stress gemacht, daher auch das grüne Fruchtwasser. Nach zweieinhalb Stunden im Kreißsaal zogen wir aufs Zimmer, frühstückten und mein Mann verabschiedete sich um nochmal zuhause alles durchzuputzen. Unser Plan: sollte medizinisch nichts dagegen sprechen wollten wir noch an diesem Tag nach Hause ...

Unseren Wunsch teilten wir auch der Kinderärztin mit, als der Blutzucker getestet wurde. Grundsätzlich hatte sie kein Problem damit, wollte aber noch die Sauerstoffsättigung prüfen. Sie probierte mehrfach an allen Extremitäten, die erforderlichen 95% erreichte er aber nicht. Auch nicht drei Stunden später. Ihm wurde am Abend dann Blut abgenommen, um die Entzündungswerte zu checken. Sollte alles ok sein würden wir einfach schlafen können. Wenn nicht, dann hätte das Konsequenzen, so hieß es in einem Nebensatz.

Gegen zwei Uhr in der Nacht standen sie dann vor mir. Sie müssten den Kleinen mit auf Station nehmen, seine Entzündungswerte seien erhöht. Am Morgen solle ich dann vorbeikommen.
Ich war ganz cool, murmelte nur etwas wie "Naja, sicher ist sicher, dann wird das so das Beste sein". Es dauerte ein wenig, dann schlief ich wieder ein.

Was da passiert war begriff ich am nächsten Morgen erst langsam, als die ersten "Das tut mir leid"s der Schwestern bei mir landeten. Ich ließ mir den Weg zur Station erklären und ging. Wie ich dort vor der Tür stand, auf der groß NEONATOLOGIE stand, rutschte mir das Herz in die Hose. Der Weg den Gang hinunter bis zu dem Zimmer, in dem mein Sohn lag, begriff ich erst das Ausmaß dessen, was da passierte. Sah durch die Türen Wärmebettchen und Inkubatoren, konnte bereits die Tränen nicht mehr zurückhalten. Dann der Anblick meines zarten kleinen Babys, wie er da lag, inmitten von Kabeln und Schläuchen und mit einem Zugang am Kopf. Es zerriss mir das Herz.




"Am 1.Lebenstag klinischer Verdacht auf eine bakterielle Infektion, der sich paraklinisch bestätigte, daher Beginn einer antibiotischen Therapie über 7 Tage."



Unser Sohn hatte eine Neugeboreneninfektion. Sieben Tage sollte er antibiotisch versorgt werden, danach noch drei Tage zur Überwachung bleiben. Wir durften jederzeit zu ihm und ihn zu festgelegten Zeiten auch versorgen, also wickeln und füttern und kuscheln, dazwischen immer schon die Milchbildung mit Pumpen anregen. Ab dem zweiten Tag durfte ich auch stillen, was ganz gut klappte. An diesem Tag wurde ich auch aus dem Krankenhaus entlassen (natürlich hätte ich auch bleiben können, aber für unsere große Tochter musste und wollte ich auch da sein), von da an fuhr ich dann eben mehrfach täglich in die Klinik.

Erstaunlich schnell gewöhnten wir uns an Sättigungsensor, EKG-Elektroden und sogar den antibiotischen Zugang. Die Situation schien schon ihren Schrecken verloren zu haben, als uns am dritten Tag erneut der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Noch am Morgen hatten wir uns gefreut, dass unser Sohn vom Intensivzimmer für zwei Kinder auf die "Päppel-Station" für sechs Kinder verlegt wurde. 


"Im Verlauf v.a. im Tiefschlaf kontinuierliche Sauerstoffsättigungen zwischen 86-88% auffällig, daher Beginn einer intermittierenden High Flow Atemhilfe bis zum 10.Lebenstag."

Als wir am Nachmittag ankamen stand sein Bettchen an einem anderen Platz. Und noch etwas war anders. Er hatte noch weitere Schläuche an sich, die unter seiner Nase angebracht waren und Luft hereinpusteten. Medizinisch und pflegerisch wohl keine große Sache, nur ein bisschen Raumluft, die unterstützend in die Nase gepustet wurde. Für uns der furchtbarste Anblick überhaupt und es fühlte sich an wie ein unglaublicher Rückschritt. Ich weinte drei Stunden lang, zwischendurch kam sogar die Psychologin der Station und fragte ob ich Hilfe in Anspruch nehmen wollte. Mir war nicht zu helfen.

In den kommenden Tagen wurde unser Baby auf alle möglichen Dinge getestet und untersucht. Die Entzündungswerte der Infektion waren bereits rückläufig, doch seine Sauerstoffsättigung wollte einfach nicht konstant im oberen Bereich bleiben. Auch wenn er kein einziges Mal in einen bedrohlichen Bereich rutschte, so waren die Werte doch klinisch auffällig und konnten Indiz für verschiedene Fehlfunktionen im Körper sein. Es wurden Ultraschall an Schädel und Herz gemacht, die Lunge geröntgt, das Blut kontrolliert. Einen knappen Tag lang durfte der High Flow ab, dann musste er doch wieder dran.

Für uns waren diese Tage höchst seltsam und belastend. Es hatte etwas von einem geheimen
Doppelleben, in dem man plötzlich noch ein Baby hat, wobei es zuhause halbwegs alles normal weitergeht. Frühmorgens die Tochter in den Kindergarten bringen, in die Klinik fahren zum Versorgen (was immer so 1,5-2,5 Stunden benötigte), nach Hause fahren um etwas zu Trinken und zu pumpen, vielleicht ein paar Handschläge im Haushalt, dann zur nächsten Versorgung. Wieder heim, essen, trinken, pumpen. Nächste Versorgung, während der Mann die Große abholt, dann zu beiden nach Hause und für das Tochterkind da sein. An manchen Tagen bin ich dann noch ein viertes Mal hingefahren, meistens aber nicht. Ich musste Kraft tanken und für mein erstes Kind da sein. Und das alles im ständigen Emotionskarussell.

Schließlich wurde das sogenannte Schlaflabor gemacht, um das Auftreten der flachen Atmung unseres Sohnes genauer zu untersuchen. Sieben Stunden lag er dafür noch verkabelter als vorher im Bettchen, überwacht von Kameras und gefühlten fünfzig weiteren Sensoren, die ihm am Kopf fixiert das Aussehen einer kleinen Mumie gaben. Auch unsere Tochter sagte beim Anblick eines Fotos davon: "Björn will nochmal Halloween feiern." Es sah alles schlimmer aus als es war und schockierte uns schockierenderweise schon so gar nicht mehr.

"In der Polysomnographie Auftreten von Apnoephasen, daher Beginn einer symptomatischen Therapie mit Coffeincitrat am 8.Lebenstag, seit dem 10.Lebenstag dann auch ohne Atemhilfe keine erniedrigten peripheren Sauerstoffsättigungswerte mehr zu beobachten."

Sonderlich viel brachte auch diese Untersuchung nicht zutage. Vor allem im Tiefschlaf atmete er halt einfach flacher und hatte dadurch diese niedrigen Sauerstoffsättigungen. Doch es war nichts zu erkennen, das für eine weitere Erkrankung oder organische Probleme sprachen. Wahrscheinlich war seine kleine Lunge einfach noch etwas unreif. Ob sich vielleicht verrechnet worden und er doch ein Frühchen war? Doch dagegen sprachen sein Hautbild bei der Geburt und auch so ... das war nicht möglich.

Es wurde die Gabe von Coffeincitrat begonnen, um eine tiefere Atmung anzuregen. In den zwei Tagen danach wechselte es mehrfach zwischen "Wenn es so weitergeht können sie ihn übermorgen mitnehmen" und "Solange sich das nicht stabilisiert können wir ihn nicht entlassen". Wieder ein Wechselbad der Gefühle, meine Nerven waren schon längst nicht mehr existent.

Das hätte alles anders laufen sollen. Wir wollten uns so eine schöne und gemütliche frühe Wochenbettzeit machen, gerade diese ersten wichtigen zehn Tage lang. Nur kuscheln und stillen und kennenlernen. Stattdessen lag unser Baby in der sterilen Klinik und von Wochenbett und geschweige denn Ruhe war für mich und uns nichts, aber auch gar nichts übrig. Und während ich am Abend des zehnten Tages eine halbe Stunde lang schluchzend und heulend unter der Dusche stand, mit dem Gefühl, dass das alles wohl niemals enden würde, berappelte sich unser Söhnchen und das Medikament schlug an.

"Im weiteren Verlauf ergaben sich keinerlei Komplikationen, so dass wir Björn am 12. Lebenstag mit Coffeincitrattheraphie unter ambulanter Monitor-Überwachung in gutem Allgemeinzustand, bei unauffälligem körperlichen Untersuchungsbefund und ordentlichem Trinkverhalten entlassen konnten. Ein Reanimationstraining der Eltern ist erfolgt."

Wir bekamen das Medikament mit nach Hause, ebenso wie einen Monitor, den wir zur Überwachung der Vitalparameter immer anschließen sollten, wenn der Kleine unbeobachtet schlief (obligatorisch bei der Gabe von atemunterstützenden Medikamenten, also weiter mit Kabeln und Elektroden...). An einer Puppe durften wir die Reanimation am Säugling üben. Dann durften wir endlich unser Baby mit nach Hause nehmen.

Sechs Wochen lang gab es also zweimal täglich das Medikament oral verabreicht, beim Schlafen ab an den Monitor. Ein ätzendes Ding, hypersensibel. Sobald die Elektroden etwas verdreckt waren gab es Fehlalarme. Selbst durch etwas Strampeln schlug das Teil mörderisch laut Alarm. Wir verfluchten es.

Dann endlich der Zeitpunkt, zu dem wir das Coffeincitrat absetzen sollten. Drei Tage später ging es erneut ins Schlaflabor. Und es ist endlich alles gut.



"Die aktuelle Polysomnographie ergab nach Beendigung der medikamentösen Atmungsstimulation keine Hinweise auf relevante, schlafbezogene Atmungsstörungen."

Wir haben es schwarz auf weiß, unser Baby ist kerngesund und atmet selbstständig tief und prima. Endlich, endlich weg mit Monitor und Elektroden und Sensoren und Kabeln!

Heute ist unser Babysohn putzmunter und diese schwere Anfangszeit nur noch eine Erinnerung, wenn auch eine tiefsitzende. Auch wenn das im Vergleich dazu, was andere so mitmachen müssen und wie lange manch Frühcheneltern mit diesem Zustand leben müssen, alles ja noch recht glimpflich war.

Wie mir so schön gesagt wurde "Es mag sich jetzt anfühlen wie eine Ewigkeit, aber wenn ihr das überstanden habt ist es nur noch Teil eurer Geschichte".
Ich bin sehr dankbar für die Liebe und Unerstützung, die wir auf verschiedenen Wegen in dieser Zeit erhalten haben. 

Montag, 22. Januar 2018

1000 Fragen an mich selbst [#3]

Und weiter geht es in die dritte Runde der Fragen an mich selbst, ins Leben gerufen von Johanna, für ein bisschen mehr Selbstfindung und Selbstfürsorge.

Ich habe diese Aktion jetzt schon unglaublich lieb gewonnen. Es ist so ein kleines Stückchen genussvoller Egoismus für mich, einmal in der Woche für ein Weilchen ausschließlich über mich selbst nachzudenken. Sonst kreist sich ja doch alles um die Kinder, den Haushalt, den Ehemann, den Job, den Einkauf, den Rest der Familie, die Haustiere ... ihr kennt das.

Also nun, dann machen wir uns mal an die nächsten 20 Fragen:


41. Trennst du deinen Müll?
Ja, wir trennen in Papier, Verpackung, Restmüll und haben eine Biotonne, pflegen aber auch unseren Gartenkompost. Viel Gemüse- und Obstabfall bekommen aber auch unsere Hasen.

42. Warst du gut in der Schule?
Gutes Mittelfeld würde ich sagen. Mit mehr Ehrgeiz auch in den Fächern, die mich nicht so interessiert haben, hätte ich sicherlich noch besser sein können. Mit einem Abischnitt von 2,3 kann ich allerdings wirklich nicht klagen.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?
Früher maximal fünf Minuten. Schnelle Nummer. Seit wir wieder ein Baby im Haushalt haben, das mich zur Zweifachmama gemacht hat, nutze ich die abendliche Dusche - sobald beide Kinder schlafen - als Welnesszeit für mich. Dazu gehört auch, dass ich nicht auf die Uhr schaue dabei. Aber ich schätze mal so 15 Minuten, samt Eincremen.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?
Über die Vorkommnisse im All mache ich mir ehrlich gesagt gar keine Gedanken. Da komme ich einfach zu schnell in Gedankengänge, denen ich selbst nicht mehr folgen kann. Aber wenn es da noch weiteres Leben gibt, dann sicherlich nicht so, wie man es aus Filmen kennt ;)

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf?
Unter der Woche zwischen fünf und halb sechs, je nachdem wann mein Babybär aufwacht bzw. nach einer Milchrunde wieder einschlummert. Dann werden die Brotdosen für das Tochterkind und den Lieblingsmann fertig gemacht und Kaffee gekocht.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?
Eigentlich ja. Letztes Jahr hab ich das etwas aufgeschoben und mit meiner Tochter zusammen ein paar Wochen später gefeiert.
 
47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?
Mittlerweile eher gar nicht. Zu viel Werbung und seltsame Videos, der Algorithmus verwirrt mich ... Spaß macht das nicht mehr.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?
Am meisten halte ich mich im Wohnzimmer auf. Ich mag unsere hohen Decken. Und freue mich unheimlich darauf, wie das alles mal sein wird, wenn wir erstmal fertig sind im Haus ... und wenn das Wohnzimmer keine Holzvertäfelung mehr hat, sondern schöne weiße Wände, Stuck und eine angeschlossene offene Küche. 

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?
Gerade vor wenigen Sekunden kam unsere Madame Katz vorbeigeschnurrt und hat sich ihre Streicheleinheiten abgeholt. 

50. Was kannst du richtig gut?
Singen und meine Familie lieben.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst?
Einen Jungen im Ferienlager. Ich war glaube ich 13. Er hat mich durch seine Kumpels zu einem abgesägten Baumstamm in der hintersten Ecke des Geländes bringen lassen und dort mit einem Teelicht auf mich gewartet. Soweit zum romantischen Teil, der Kuss selbst war so, wie es die meisten beim ersten Mal erleben. Ich geh da mal nicht ins Detail ;)

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?
Generell lese ich ja mal viel zu wenig für meine Begriffe seit ich Mutter bin. Gerade lese ich aber während der nächtlichen Fütterungszeiten mal wieder. "Nicht direkt perfekt" von Nicole Jäger. Und ja, das beeindruckt mich schon, sowohl von der Botschaft her als auch ihrer sehr unterhaltsamen Schreibweise.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?
Für mich persönlich war es natürlich mein eigenes Brautkleid, eine trägerlose A-Linie mit Perlen und Applikationen. Es war das allererste, das ich anprobiert hatte und sofort die ganz große Kleiderliebe.Dazu trug ich einen Spitzenbolero.

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?
Kommt drauf an, wo ich mich befinde. In unserem Haus macht mir Dunkelheit nichts aus, ebenso im Garten. Im vor Wildschweinen wimmelnden Wald ist das schon was anderes ...

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?
 Meinen Ehering.

56. Mögen Kinder dich?
Ja, etwas anderes habe ich bisher zumindest nicht erlebt. Ich arbeite ja mit Kindern und da ist es natürlich eine Grundvoraussetzung einen guten Zugang zu ihnen zu finden. 

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?
Theoretisch Horrorfilme, da kann ich zuhause besser wegschauen. Aber sowas schauen wir uns eh nicht an.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?
 Das kommt darauf an. Grundlegend würde ich mich schon als sehr diplomatischen Menschen beschreiben, der nicht allzu schnell verurteilt. Geht es dabei allerdings um Menschen, die mir wichtig sind, oder um Kinder, da kann ich auch schnell unentspannt und hart werden.

59. Schläfst du in der Regel gut?
Ähm, ich bin Mutter und habe ein Baby ... muss ich mehr sagen?

60. Was ist deine neueste Entdeckung?
Klingt doof, aber: Aufräumen.
Ich habe gerade enorme Freude daran, Eckchen für Eckchen und Schubalde für Schublade aufzuräumen und zu entrümpeln. Hätte mir das mal jemand als Jugendliche prophezeit, ich hätte ihm ja nen Vogel gezeigt ;)


Und, seid ihr auch schon dabei?

Sonntag, 14. Januar 2018

1000 Fragen an mich selbst [#1+2]

Selbstfindung. Was für ein großes Wort.
Man könnte auch einen bekannten Autor zitieren und fragen:
Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?

Ich würde ja mal behaupten, dass ich in Sachen Selbstfindung eigentlich schon ganz gut dabei bin.
Seit ich Mutter bin und meine Große die Babyzeit hinter sich gelassen hat, mache ich mir intensivere und schonungslosere Gedanken über mich selbst. Wenn ich es mir recht bedenke, dann begann das zu der Zeit, als wir unser Haus kauften und ich den ersten wirklich großen Verlust meines Lebens zu betrauern hatte. Zu dieser Zeit, würde ich sagen, bin ich so wirklich erwachsen geworden. Seitdem habe ich einen sehr ehrlichen und wahrhaftigen Einblick bekommen in meine eigene Psyche, meine Stärken und Schwächen.

Trotzdem möchte auch ich, wie momentan so einige Blogger, der Aktion von Johanna und ihrem zauberhaften Blog Pinkepank folgen und mich 1000 Fragen an mich selbst stellen. Und ja, euch daran teilhaben lassen ;)


Also starten wir mal, da ich nicht eher dazu gekommen bin, mit Teil 1 und 2.


  1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan? Letztes Wochenende habe ich zum ersten Mal mit Spachtelmasse gearbeitet. Ich habe die Stöße der Gipskartonplatten im neuen Zimmer für unsere Tochter mit Spachtel und Gewebeband bearbeitet und habe mich erstaunlich gut dabei angestellt. Es war toll, nach der langen Zeit der Baustellen-Zwangspause für mich mal wieder selbst anzupacken.
  2. Mit wem verstehst du dich am besten? Definitiv mit mir selbst, mich kenne ich immerhin schon am längsten und besten ;)
  3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Ehrlich gesagt: mit dem Internet und meinem Smartphone. Ein echter Zeitfresser von Zeit zu Zeit ...
  4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Ich lache stets gern und viel, bin ein Fan von trockenem Humor.
  5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Natürlich gibt es Situationen, in denen meine "Nah am Wasser"-Mentalität nicht ganz so praktisch ist. Mir kommen schnell die Tränen, sowohl aus Wut, Trauer und Frustration als auch vor Freude oder Rührung. Vor allem wenn Musik mit im Spiel ist ... aber nein, im Grunde habe ich kein Problem, auch vor anderen zu weinen. Dass ich eine sehr emotionale Person bin muss ich nicht verstecken.
  6. Woraus besteht dein Frühstück? Manche nennen es Overnight Oats, bei mir sieht es meist eher nach Haferflockenpampe mit Obst aus. Aber hauptsache es schmeckt, ne? Allerdings komme ich durch den morgendlichen Trubel und den Babysohn meist erst gegen halb elf dazu.
  7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinem Mann, beim Aufräumen in der Küche.
  8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? Gerade seit ich selbst Mutter bin, bemerke ich schon so einige Parallelen. Mir ist es enorm wichtig, meine Kindern Liebe und Freiheit ebenso zu geben wie einen festen Rahmen, in dem sie sich bewegen können. Darin erkenne ich meine eigene Erziehung wieder.
  9. Was machst du morgens als erstes? Den Babysohn füttern und knutschen.
  10. Kannst du gut vorlesen? Ja, auf jeden Fall. Meine Tochter liebt es, wenn ich vorlese und auch mein Mann hört gern zu. In meiner Aubsildung habe ich ja auch Kurse zum professionellen Sprechen gehabt, das macht sich da bezahlt.
  11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Als ich vier war entlarvte ich die Situation anhand der Schuhe meines Opas. Die folgenden Jahre habe ich aber immer schln mitgespielt für meine kleine Schwester und fand das auch ganz wundervoll. Als Lüge meiner Eltern habe ich die Sache mit dem Weihnachtsmann nie interpretiert.
  12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Wenn wir irgendwann mal das Wohnzimmer saniert haben möchte ich unbedingt ein schönes altes Klavier aus den 30er Jahren haben. Und im Laufe meines Lebens auch noch eine Harfe und ein Spinnrad.
  13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Manchmal täte mir ein bisschen mehr Ehrgeiz und Sorgfalt sicher gut. So sehr ich es auch schätze, kein Perfektionist zu sein.
  14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Wir gucken nicht mehr regelmäßig fern, das kann ich also nicht sagen.
  15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Oh, das ist eeeewig her ... bestimmt schon 8 Jahre oder mehr.
  16. Wie alt möchtest du gerne werden? Ich möchte unbedingt Oma werden und meine Enkel zumindest ein Stück in ihrem Leben begleiten wollen. Wann auch immer genau das sein wird.
  17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? Da fallen mir spontan zwei Urlaube ein. Zum einen unsere Flitterwochen, wir hatten ein Ferienhaus in Dänemark und drei ganz wundervolle Wochen voller Liebe, Freiheit und Freude. Außerdem die vier Wochen, die ich mit meiner besten Freundin in Neuseeland verbracht habe, ein großes Abenteuer war das.
  18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Das kann ich - glücklicherweise - gar nicht sagen. Das letzte Mal Liebeskummer hatte ich vor über zwölf Jahren. Kurz danach lernte ich meinen heutigen Mann kennen und lieben ... und werde hoffentlich auch für den Rest meines Lebens keinen Kummer in diese Richtung mehr haben.
  19. Hättest du lieber einen anderen Namen? Nein.
  20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? In letzter Zeit öfter Mal. Daran, dass ich es schaffe, zwei Kindern, Haushalt, Ehe und Job gerecht werden zu können. Ich weiß, dass es einfach eine Frage der Zeit ist, bis ich wieder eine zuverlässig funktionierende Routine gefunden habe in dieser neuen Situation als Zweifachmama. Doch in besonderen Stresssituationen kommt schonmal etwas Zweifel auf.
  21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken? Im Großen und Ganzen nicht, aber frei davon bin ich auch nicht ganz.
  22. Welche Tageszeit magst du am liebsten? Ich mag den frühen Morgen und Vormittag.
  23. Kannst du gut kochen? Ich koche ganz gut, habe aber keine besondere Leidenschaft dafür. Daher kocht bei uns zu 95% mein Mann, für den ist das wirklicher Genuss und Freude.
  24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am Besten? Ich bin ein klassisches Frühlingskind, liebe es wenn die Natur erwacht und alles grünt und blüht.
  25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht? Das muss vor den Kindern gewesen sein, in meiner ersten Schwangerschaft. Seitdem gibt es kein Nichtstun mehr. 
  26. Warst du ein glückliches Kind? Ganz einfach und eindeutig: ja!
  27. Kaufst du oft Blumen? Nein, das kommt nur wenige Male im Jahr vor. Auch wenn ich es dann unheimlich schön finde, kann ich mich nur selten dazu überwinden, Geld für Schnittblumen auszugeben.
  28. Welchen Traum hast du? Ich träume gar nicht von einer bestimmten Situation oder einem gewissen Zeitpunkt, sondern von edem Zustand, eine glückliche Familie zu sein, hier in unserem Heim. Dass das Leben im Vordergrund steht und nicht das Arbeiten um des Geldes wegen.
  29. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt? Mit meinen Eltern und meiner Schwester in fünf Wohnungen, dann in meiner eigenen in Hamburg und der ersten gemeinsamen Wohnung mit meinem Mann. Nun leben wir schon seit fast drei Jahren in unserem Haus.
  30. Welches Laster hast du? Ich verbringe gern mal zu viel Zeit am Smartphone.
  31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen? "Das Mami-Buch".
  32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst? Schlicht einfach und etwa schulterblattlang ... es ist einfach die praktischste und passendste Frisur. Ich benutze und besitze weder Föhn noch Lockenstab und stehe eigentlich nie groß für tolle Frisuren vorm Spiegel.
  33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig? Siehe Frage 30 ... und schon irgendwie. Schließlich verwaltet sich da eine Menge drüber und die Erreichbarkeit ist für mich als Selbstständige auch wichtig.
  34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto? Das werde ich natürlich nicht genau sagen. Tendenziell aber immer zu wenig ... wer seine Leienschaft zum Beruf macht, der verdient sich damit nicht so schnell eine goldene Nase ;)
  35. In welchen Laden gehst du gern? Ich liebe es, in Buchläden zu schmökern.
  36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe? Je nach Verfassung, Umstand oder Fahrtätigkeit Apfelschorle oder Weißwein.
  37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist zu gehen. Ja.
  38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit? Nun, das bin ich. Ich liebe das Unterrichten von Kindern und Jugendlichen im künstlerischen Freizeitbereich, hätte irgendwann am liebsten eigene Räumlichkeiten dafür.
  39. Willst du immer gewinnen? Nein, beim Spielen bin ich wirklich nicht ehrgeizig und kann sehr gut verlieren.
  40. Gehst du in die Kirche? Nur, wenn ich für eine Hochzeit oder Taufe als Sängerin gebucht oder als Gast eingeladen bin. Ich wurde nicht religiös erzogen, habe aber einen großen Respekt vor dem Glauben anderer Menschen. 


 Wenn ihr es bis hier geschafft habt: Respekt ;)
Mögt ihr solche Fragen zu Selbstfndung auch so gern?


Sonntag, 7. Januar 2018

"Das Kind kommt falsch herum!" - Geburt aus Beckenendlage


"Ihr Kind liegt falsch herum."

Der gefürchtete Satz bei der Schwangerschaftsvorsorge. Einer aus der Reihe "Die eine Schwangere nicht hören möchte", gleich neben "Sie haben Schwangerschaftsdiabetes" und "Da isst aber jemand für zwei". Aber schlimmer. Denn für viele Frauen bedeutet das die Absage für eine natürliche Geburt, nicht viele Kliniken und Ärzte trauen sich daran. Dabei ist es alles andere als unmöglich. Ich habe es selbst erlebt. 

Ich möchte gern meine Erfahrung einer spontanen Beckenendlagengeburt mit euch teilen. Mit denen da draußen, die ebenso "betroffen" sind ebenso wie mit denen, die es einfach interessiert. Ich möchte Mut machen, sich nicht einfach so mit einem Kaiserschnitt zufrieden zu geben, nur weil das Kind anders herum liegt als es die Norm ist. 

Meine Geburtserfahrung ist natürlich sehr persönlich und nicht auf andere übertragbar. Es ist keine Prognose, wie so eine Geburt ablaufen wird, sondern ein Erfahrungsbericht. Ich bin auch keine Medizinerin, also nagelt mich nicht auf fachlichen Details fest ;)



Diagnose Beckenendlage

Achja, meine zweite Schwangerschaft war etwas wunderbares, sehr entspannt und gelassen. Es ging mir körperlich und seelisch bestens, ich fühlte mich fit und wusste ja auch schon, was mich so erwartete. In der 26. Woche lag das Baby beim Ultraschall in Beckenendlage, obwohl es beim Hebammenbesuch am Tag zuvor noch brav mit dem Köpfchen nach unten zeigte. Offensichtlich ein Turner, mein kleiner Racker da drin. Aber kein Problem, zum Drehen in die optimale Geburtsposition war ja noch viel Zeit. 

Doch auch bei der nächsten Vorsorge lag mein Baby falsch herum. Und auch in der übernächsten. Wenn es sich in den nächsten zwei Wochen nicht drehen würde, müsste mich meine Ärztin zur Geburtsplanung in die Klinik schicken. Geburtsplanung bedeutete in diesem Zusammenhang Planung des Kaiserschnitts, denn das war nunmal das Prozedere in dem kleinen Krankenhaus, das wir uns eigentlich für die Geburt unseres zweiten Kindes als ruhigen und kuscheligen Anfangsort ausgesucht hatten. Aber ich solle schön fleißig die Indische Brücke turnen und mein Becken hochlagern, um eine Drehung zu provozieren, dann würde das schon klappen. 

Also turnte ich die nächsten zwei Wochen lang. Und machte mir so meine Gedanken. Und recherchierte.
Mit einer Geburt aus Beckenendlage hatte ich mich bisher noch nie befasst. Ich war immer davon ausgegangen, dass die Babys sich halt ordentlich richtig hindrehten zur Geburt, bei meiner Tochter war das überhaupt kein Thema gewesen. Ich war davon ausgegangen, dass es dieses Mal ebenso laufen würde, nur noch ruhiger und routinierter (schließlich wusste ich ja, was auf mich zukommen würde) und noch etwas schneller (beim ersten Mal waren es zehn Stunden ab Blasensprung gewesen, sechs davon unter schmerzhaften Wehen). 

Nun, niemals zuvor in meinem Leben hatte ich je gleichzeitig so viel Recht wie Unrecht.

Ich beschloss, mich von meiner Wunschklinik zu lösen für den Fall, dass es weiterhin eine Beckenendlage blieb. Ich wollte keinen Kaiserschnitt. Nein, nein, nein. Im Notfall und falls es medizinisch nötig sein sollte, klar, keine Frage. Aber nicht so. Nicht nur deswegen. 
Als die Diagnose also auch noch in der 34.Woche blieb, wurde ich an ein großes Klinikum in Potsdam überwiesen, dessen Oberarzt spezialisiert war auf ungewöhnliche Geburtslagen.



Alles klar zur Wendung

Ich stellte mich also in besagtem Klinikum vor und hatte ein Gespräch mit dem Chefarzt.
Ich solle nicht besorgt sein, denn mein Kind liege nicht per se falsch herum, sondern einfach nur anders. Nicht normgerecht. Natürlich wäre die Schädellage die idealere Geburtsposition, weil der Geburtskanal durch das harte Köpfchen ja besser gedehnt werden würde als durch ein weiches kleines Popöchen. Aber eine spontane Geburt sei nicht unmöglich, gerade wenn man schon vorher ein Kind natürlich bekommen habe und das Kind nicht zu groß und schwer prognostiziert wäre.
Also gute Chancen für mich.

Vorher stehe allerdings - wenn ich dem zustimmen würde - noch der Versuch einer äußeren Wendung. In 50% aller Versuche würde sich das Kind so wohl drehen lassen, ohne diesen Eingriff lägen die Chancen dafür eher bei 10%. Das Risiko von Komplikationen wie vorzeitig ausgelösten Wehen, einer Nabelschnurumwickelung im Mutterleib oder Plazentaablsöung wäre sehr gering, ich würde aber zur Überwachung eine Nacht in der Klinik bleiben und in den Tagen danach sehr engmaschig untersucht werden. Sollte etwas sein, würden sie es also frühzeitig erkennen und das Kind per Kaiserschnitt holen können. 

Ich entschied mich für den Versuch einer äußeren Wendung.

Am Tag der Wendung war ich bei 37+0 und doch etwas aufgeregt. Ich hatte Erfahrungsberichte gelesen, die zwischen "War ein Klacks und ich hab nichts gemerkt" bis zu "schlimmste Schmerzen" schwankten. Tja, selbst schuld, wenn ich sowas auch vorher lese.
Vor dem Eingriff lagen viele Stunden des Wartens. Ich sollte nüchtern um 7.30Uhr erscheinen, wurde erstmal ans CTG angeschlossen und kam auf mein Zimmer. Mein Mann hatte sich extra frei genommen und war die ganze Zeit bei mir. Wir warteten. Ich bekam schonmal einen Zugang gelegt. Nach drei Stunden nochmal CTG und ich könne mich schonmal in so ein schickes Hemdchen schmeißen und bereit machen. Doch die Zeit verging, es wurde 11Uhr, als eine Schwester reinkam, mich mit Flüssigkeit durch den Zugang versorgte (essen und trinken durfte ich ja noch nicht) und sagte, wir wären dann so gegen 12 Uhr dran. Es wurde 12Uhr und im Kreißsaal war durch Notkaiserschnitte High Life. Doch um 14 Uhr wurden wir endlich abgeholt und in den Kreißsaal gebracht. Nochmal CTG und warten.

Als dann der Chefarzt mit einer weiteren Oberärztin und zwei Hebammen ankam ging alles recht schnell. Durch den Zugang wurde mir ein wehenhemmendes Mittel gegeben. Dass dieses Herzrasen verursachen würde wusste ich schon vorher. Es fühlte sich seltsam an und auch meine Beine zuckten merkwürdig. Dann ging es los.
Die Oberärztin drückte mein Baby in mir vom Schambein aus nach oben. An dieser Stelle fühlte es sich noch tagelang wie ein riesiger blauer Fleck an. Der Oberarzt schob mit kreisenden Bewegungen von oben und versuchte, es zu einer Rolle vorwärts zu animieren. Es war nicht direkt schmerzhaft, aber doch ziemlich unangenehm, dieses Drücken am Babybauch. Es fühlte sich an wie etwas, das eben nicht so vorgesehen war. Es verlangte mir all meine Kraft und Konzentration ab, um nicht muskulär dagegen zu gehen und mich anzuspannen, sondern alles locker zu lassen. 
Nach drei Versuchen brachen wir ab. Länger könne der Wehenstiller nicht mehr gegeben werden und das Baby würde sich auch bei einem weiteren Versuch nicht drehen lassen. Mein Sohn saß tief in meinem Becken, die Beinchen zum Schneidersitz gefaltet. Und genau so wollte er bleiben.

Anschließend musste ich noch zwei Stunden am Stück im Kreißsaal am CTG bleiben, wobei mir die erste halbe Stunde kontinuierlich die Tränen liefen. Nicht unbedingt aus Enttäuschung, irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, dass es nicht klappen würde. Es lief einfach, ich führe das mal auf den Wehenhemmer zurück, der wirklich mächtig Herzrasen und zitternde Glieder bei mir verursachte hatte und mich damit ganz schön kalt erwischte.

Um 18Uhr war ich dann endlich auf dem Zimmer und durfte auch essen. Bis zum nächsten Morgen wurde alle zwei Stunden ein CTG geschrieben (auch die Nacht durch), nach einer Ultraschalluntersuchung wurde ich dann entlassen. Noch fünf Tage lang ging es täglich zum CTG in die Klinik. So häufig da zu sein in so kurzer Zeit, das würde ich auch nie wieder erleben, dachte ich mir und sollte schon wieder Unrecht haben (aber dazu mehr in einem separaten Beitrag).

Nun, die äußere Wendung hatte bei mir also nicht funktioniert. 
Mein Sohn, mein zweites Kind, blieb in Beckenendlage und machte alles, von dem ich vorher der Meinung war zu wissen wie der Hase laufen würde, wieder unheimlich spannend.
Und wir ließen alles auf uns zukommen und warteten auf die einsetzenden Geburtswehen.



Geburt aus Beckenendlage 

In dieser Zeit war ich vollkommen entspannt. Ich genoss diese Tage, in denen ich noch einigermaßen selbstbestimmt beweglich war und mich ganz meiner Tochter, der bald großen Schwester widmen konnte. Ich trank täglich meinen Himbeerblättertee, schaute Geburtsdoku nach Geburtsdoku, strickte und legte meine schweren elefantösen Wasserfüße hoch. Ich machte mir keine Gedanken um die Geburt, es würde schon alles gut gehen. Wahrscheinlich doch etwas langsamer als beim ersten Mal, da ich gelesen hatte, dass sich bei Steißgeburten die Eröffnungsphase länger hinzieht, weil der Po nicht so effektiv auf den Muttermund drückt. Wir wussten schon, dass es ein eher zartes Kind werden würde, nicht noch so ein 4,2kg-Brummer. Lustig eigentlich, wie unterschiedlich das bei exakt dem gleichen Genmix so ausfallen kann, aber sicherlich nicht so verkehrt für diese spezielle Geburt.

Es war drei Tage vor ET, da wollte ich mich nach einem der mehrfachen nächtlichen Pipi-Gänge wieder ins Bett legen, als ich etwas mein Bein runterlaufen spürte. 

Es war 1:35 Uhr.

Ich ahnte sofort, dass es Fruchtwasser war. Es wunderte mich zwar, dass es etwas bräunlich am Papier war, aber vermutete eine Vermischung mit dem Schleimpfropf. Erst spielte ich mit dem Gedanken, mich auf der Couch nochmal kurz hinzulegen und Kraft zu tanken, als ich schon die erste Wehe spürte. Und das schon ziemlich ordentlich. Ich startete meine Wehen-App und gab beides ein. Sieben Minuten später noch eine. Die nächste schon nur noch sechs Minuten später. Und sie taten schon wirklich weh. Also weckte ich meinen Mann und bat ihn, seine Eltern wie abgemacht anzurufen um unsere Tochter abzuholen. Sie standen gerade mit dem Wohnmobil etwa 20 km entfernt. Schwiegervater wollte nochmal nach Hause fahren und das WoMo gegen den Pkw mit Kindersitz tauschen, doch ich fing bereits an die Wehen im Fünfminutentakt zu veratmen und zu tönen, musste mich am Tisch abstützen und ließ mein Becken kreisen, kaum wissend wohin mit mir. Sie sollten lieber direkt zu uns kommen und einen Kindersitz von uns mitnehmen. 

Als meine Schwiegereltern dann ankamen und wir ins Auto hüpfen konnten war es 2:45 Uhr. Ich schrieb meinen Eltern, dass es nun losginge und veratmete auf der Fahrt drei heftige Wehen. Als wir auf dem Klinikparkplatz ankamen und ich ausstieg wurde ich erneut von einer Wehe erfasst. Die Kirchturmuhr schlug Punkt drei Uhr.
Wir fuhren hoch zum Kreißsaal. Ich bekam ein Hemdchen und sollte ans CTG, musste vorher aber nochmal Pipi machen. Die Wehenabstände waren unheimlich kurz, das Liegen fürs CTG schwer zu ertragen. Nach kurzer Zeit fühlte die Hebamme nach meinem Muttermund, sagte nur "schon ordentlich offen" und "Wir sollten dann mal in den Kreißsaal gehen".

Die 15 Meter über den Flur waren schwer, aber machbar. Ich legte mich aufs Kreißsaalbett, wurde dort ans CTG angeschlossen und war schon gespannt, welchen Höchstwert die Wehen dort so erreichen würden, da kam eine weitere Wehe. Und sie war anders. 
"Ich glaub, ich muss pressen", keuchte ich und um mich herum wurde es hektisch.
Drei Hebammen wuselten herum, legten Unterlagen hin, bauten Beinstützen an, legten mir einen Zugang in die Hand, riefe den Oberarzt, der ja die Beckenendlagengeburt leiten muss. Ich sollte veratmen, doch es gelang mir kaum. Es waren drei Presswehen, dann spürte ich den Po unseres Babys aus mir herausgleiten. Spürte, wie die kleinen Beinchen nacheinander ausklappten. Und schon kam auch der Rest und ein kleines Bündel, nass und warm und das Gesicht voll größter Skepsis und Unzufriedenheit in tiefe Falten gelegt, lag auf meinem Bauch.

Es war 3:31 Uhr. Fast genau zwei Stunden nach Blasensprung war ich zum zweiten Mal Mutter geworden.

Eine Minute später stand der Oberarzt in der Tür.
"Da komme ich wohl zu spät."
Er spritzte mir Oxytocin, um nach eigenen Worten zumindest etwas zu tun, und ging dann wieder.


So wurde unser Sohn Björn
am 24.11.2017 um 3:31 Uhr
spontan aus Beckenendlage bei 39+6 geboren.
Er war 47cm groß und  2770g schwer.


Ich war unheimlich überrollt von dieser schnellen Geburt und erleichtert, dass alles glatt und ohne Komplikationen gelaufen war. 



Keine Angst vor Beckenendlage

Eine naheliegende Frage: war es schmerzhafter als eine normale Geburt?
Ich habe ja nun das Glück, beides erlebt zu haben, jeweils ohne Einsatz von Schmerzmitteln.
Die Steißgeburt meines Sohnes habe ich nicht als schmerzhafter empfunden als die normale Geburt meiner Tochter. Die Schmerzen waren nur sehr viel konzentrierter, da es ja alles so schnell ging. Dieses Mal habe ich auch keinerlei Geburtsverletzungen erlitten und fühlte mich direkt danach unheimlich fit. Allerdings war meine Tochter damals auch fast 10cm größer und 1,5kg schwerer gewesen (zwei Tage vor ET, also zu einem sehr ähnlichen Zeitpunkt). Also lässt es sich eh sehr schwer vergleichen. 

Als Fazit kann ich nur allen, die sich tatsächlich bis hierher im Text durchgekämpft haben, sagen:
Aus meiner Sicht besteht absolut kein Grund zur Angst vor einer natürlichen Geburt aus Beckenendlage. Wichtig ist nur, sich dazu eine Klinik und Ärzte zum Partner zu machen, die diese unterstützen und das werden zum Glück wieder mehr. Ich wurde im Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam liebevoll betreut und stets ermuntert und motiviert, meine Vorstellung von einer natürlichen Geburt trotz spezieller Geburtslage verwirklichen zu können. Und ich könnte kaum glücklicher mit dieser Entscheidung sein.


Habt auch ihr Erfahrungen mit einer speziellen Geburtslage gemacht?
Wie ist es euch so ergangen unter der Geburt, erzählt doch gern, wenn ihr wollt :) 

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